LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Besuch auf dem Covid-19-Stock des Kirchberger Spitals

Ortstermin gestern Morgen im Kirchberger Spital: Punkt 9.30 fährt die Limousine von Premier Xavier Bettel vor, kurz darauf stösst Gesundheitsministerin Paulette Lenert dazu. Erwartet werden die beiden unter anderem von „Hôpitaux Robert Schuman“-Verwaltungsratspräsident François Pauly, CEO Dr. Claude Schummer und Jean-Louis Schiltz, dem Vorsitzenden der „Fondation Hôpitaux Robert Schuman“. Der Regierungschef und seine Ministerin sind gekommen, um sich anzuschauen, wie das Spital sich auf die Pandemie vorbereitet hat. Aber zunächst muss mal jeder den Temperaturcheck passieren. Auf einem Schirm wird angezeigt.

Ein riesiges Messgerät misst die Körpertemperatur. Ist sie normal, färbt sich der Rahmen ums Gesicht Blau und die Gäste bekommen ein Zettelchen mit einem blauen Punkt ausgehändigt mit Name, Zielabteilung, Datum und Uhrzeit. Es kann zu jeder Zeit von dem zahlreich anwesenden Sicherheitspersonal kontrolliert werden, das am Eingang mit einem Karton voller Masken bereit steht. Würde das Thermometer Fieber anzeigen, würde die Person sofort in ein Zelt mit einigen kleinen Zelten gelotst, wo sie genauer unter die Lupe genommen wird. Hier, auf der abgesperrten Rue Edward Steichen steht in einem Container auch ein funkelnagelneuer CT-Scanner, der es ermöglicht genau zu schauen, ob und wie weit etwa Covid-19 bereits Lungen beschädigt hat. Betroffene werden dann so schnell wie möglich in die abgeschottete rote Zone gebracht, wo sie fachgerecht betreut werden.

„Sie haben uns Zeit gekauft“

Die Besucher bleiben natürlich in der grünen „zone propre“, die Gefahrenzone darf nur in voller Sicherheitskluft betreten werden. Premier Bettel kann den Ärzten und Betreuern nur durch eine Glastür zuwinken und gibt ein „Thumps up“ für ihre Arbeit. Bettel und Lenert nehmen sich an diesem Morgen viel Zeit, um mit Ärzten, Pflegern und auch Non-Covid-Patienten zu reden. Themen sind anfängliche Materialengpässe, aber auch der Ablauf der komplexen Umorganisation, das Budget der Klinik, in dem die Kosten für die unvorhergesehene Herkulesaufgabe natürlich nicht drin waren. Es gibt Forderungen. Aber auch Lob an die Regierung, dass sie schnell schwierige Entscheidungen getroffen hat vor allem die Schliessung von Baustellen und die Ausgangsbeschränkungen. „Sie haben uns Zeit gekauft“, sagt ein Arzt, Zeit, die Covid-19-Stationen ordentlich vorzubereiten, während die befürchtete Patientenwelle ausblieb. Aber die Gefahr sei nicht gebannt und das Spital weiterhin in Alarmbereitschaft, um notfalls alle Mittel für Covid-19-Kranke einzusetzen. Man habe zwischenzeitlich viel Erfahrung sammeln und viel Material anschaffen können. „Wir sind jetzt auf jeden Fall für den nächsten „Peak“ gerüstet“, meint der Arzt.