LUXEMBURG
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Jutta Koether im Überblick: „Tour de Madame“ Ausstellung im Mudam eröffnet

Alles Neue bringt zwar bekanntlich der Mai, im Mudam auf dem Kirchberg ist eine neue Ausstellung aber schon zum Februar dran; ab sofort und noch bis zum 12. Mai wird die Ausstellung „Tour de Madame“ die wohl kompletteste Sammlung der Werke der Künstlerin Jutta Koether, drei Abschnitte des Mudam einnehmen.

Während die Westgalerie einen Überblick auf das gesamte Schaffen der Künstlerin zwischen 1983 und 2016 bietet und so knapp 45 Gemälden aus fast vier Jahrzehnten Platz macht, wird der Ost-Galerie die namensgebende „Tour de Madame“ gewidmet - eine aufeinander folgenden Serie von 15 (zwölf zentralen und drei zusätzlichen) Gemälden, die hier ihren gebührenden Platz finden können, und die Koethers „Kampf“ mit der Kunstgeschichte thematisieren sollen.

Im Pavillon des Mudam schließlich bietet die Künstlerin in einer audio-visuellen Präsentation die Möglichkeit, sich enger mit dem Schaffungsprozess der Malerei und damit, was es bedeutet, ein Gemälde zu betrachten, auseinander zu setzen. Das passt in die Arbeit Koethers, die wegweisend, prägend und postmodern ist, mit Farben, Formen und Designs experimentiert.

Auseinandersetzung mit Kunst

Die Kuratorin Suzanne Cotter erklärt die Bedeutung der Ausstellung: „Mit ,Tour de Madame‘ haben wir erst zum dritten Mal eine Monografie der Malerei einer einzelnen Künstlerin und zum ersten Mal überhaupt steht dabei eine Frau ganz allein im Mittelpunkt“, meint Cotter. Koethers Werk habe seit den Achtzigern die gesamte kulturelle Landschaft nachhaltig geprägt, weshalb es eine „unglaubliche Chance ist, diese Überblicksausstellung mit über 150 Werken hier bieten zu können.“

„Ich bin ein Fan von mehrdeutigen Titeln“, erklärt Koether ihre Wahl zum Titel „Tour de Madame“. So könne die Ausstellung durchaus als „Tour“ im Sinne einer Rundreise durch ihr Kunstschaffen verstanden werden, gleichzeitig aber auch im wörtlichen Sinne als Rückzugsort der Weiblichkeit - ganz nach dem Damenturm der Françoise de Montaigne - gelesen sein. „Mit meinem Gesamtwerk und der Ausstellung will ich ein möglichst breites Angebot für die Besucher stellen“, erklärt sie. „Ein kleines Versuchsstudio der Kunst.“

Koether beschäftigt sich während ihrer gesamten Schaffensperiode beständig mit der Geschichte der Malerei und versucht dabei, mit etablierten Regeln zu brechen, klassische Themen neu zu denken und alten Kompositionen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So findet sich in der Komplettsammlung etwa auch ihre Version von Van Goghs Sternennacht sowie Courbets Ursprung der Welt - beide selbstverständlich in dem für Koether ganz zentralen Rot.

Die Ausstellung ist aus einem guten Grund so komplett: Sie entstand zusammen mit dem Museum Brandhorst aus München und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entworfen. Zeitgleich zur Ausstellung erschien zudem ein gemeinsam mit dem Museum Brandhorst entworfener Katalog, der einen Überblick über Koethers Werk seit 1983 gibt und die Vollständigkeit der Sammlung unterstreicht. Neben einem ausführlichen Bildteil mit begleitenden Worten der Direktoren beider Museen enthält der Katalog auch einige bislang unveröffentlichte Essais der Künstlerin, deren Werk neben ihrem Schaffen als Malerin auch Arbeiten als Schriftstellerin und Kritikerin umfasst.