LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Dem amtierenden Mister Luxembourg, Max Bidinger, geht es um die repräsentative Rolle

Letzten Monat sicherte Max Bidinger sich den Titel Mister Luxembourg 2020: Ein schöner Sieg, der sein Leben, eigenen Angaben nach, aber nicht sonderlich verändert hat. Mittlerweile ist bei dem 21-Jährigen wieder Normalität eingekehrt. Er konzentriert sich auf seine überwiegend sportlichen Hobbys und ist fest entschlossen, nach vier Jahren, in denen er in England dem Reitsport nachgegangen ist, seinen Schulabschluss in Luxemburg nachzuholen. Wie er die Mister-Wahl wahrgenommen hat und ob noch weitere Wettbewerbe anstehen verrät Max Bidinger im Interview.

Was sollten die Leute über Dich wissen, außer dass Du nun Mister Luxembourg bist?

Max Bidinger Der Titel Mister Luxembourg sagt eigentlich nicht viel über mich selbst aus. Der Sieg ist sicherlich ein kleiner Erfolg, über den ich mich freue, aber er definiert mich nicht als Person. Was man vielleicht über mich wissen sollte, ist, dass ich sehr gerne Sport treibe. Da begrenze ich mich auch nicht auf eine Sportart, sondern probiere gerne Neues aus. Zurzeit klettere ich viel, liebe aber auch das Snowboardfahren. Alles, wobei ich mich frei fühlen kann oder in der Natur sein kann, bereitet mir unglaublich viel Spaß. Ich bin ein Entdeckertyp, reise gerne an Orte, an denen ich noch nie war. Ein Traum wäre es, einmal Kanada zu bereisen. Als erstes mache ich jetzt aber meine Schule fertig. Nebenher verbringe ich gerne viel Zeit mit meinen Freunden. Das soll selbstverständlich auch nicht zu kurz kommen.

Wie kam es zu Deiner Teilnahme an der Mister Luxembourg-Wahl?

Max Ich habe die Anzeige online gesehen und dachte mir einfach: Warum nicht? Ich war vier Jahre lang in England, um professionell zu reiten und Luxemburg in diesem Sport zu repräsentieren. Dieser Wettbewerb schien mir ähnlich zu sein. Da ich jetzt wieder aus England zurück bin, hat auch der Zeitpunkt gestimmt. Es ging mir um die Repräsentation des Landes und um die Challenge. Herausforderungen haben mich schon immer gereizt, da war die Teilnahme für mich eigentlich ein logischer Schritt.
Wie muss man sich den Ablauf eines solchen Wettbewerbs vorstellen?

Max Tatsächlich habe ich mir nichts weiter dabei gedacht, als ich mich angemeldet habe, nicht einmal wirklich damit gerechnet, dass ich eine Runde weiter komme. Erst wird nur ein Foto eingeschickt, bis es dann zum eigentlichen Verfahren kommt. Als ich mich vorstellen war, wurden noch ein kultureller Test, ein Interview und ein Fotoshooting gemacht. Über den kulturellen Test wurden wir im Vorfeld nicht informiert, das heißt, dafür konnte sich auch niemand vorbereiten. Es wurden zum Beispiel Fragen über die „Gëlle Fra“ gestellt, wann der luxemburgische Nationalfeiertag ist und wer unser Premierminister ist. Diese Prozedur haben zehn Leute mitgemacht und vier der Teilnehmer haben nach ungefähr zwei Wochen erfahren, dass sie es ins Finale geschafft haben. Dort wurden zwei unterschiedliche Outfits auf dem Catwalk vorgeführt, bevor wir noch ein wenig über uns selbst erzählt haben.

War der Konkurrenzkampf zwischen den Teilnehmern groß?

Max Nein, überhaupt nicht, wir sind eher enger zusammengewachsen, haben uns auf Anhieb verstanden und sind auch nach dem Wettbewerb immer noch befreundet. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und aufgemuntert. Bei einem solchen Wettbewerb bringt einem Konkurrenzdenken nichts. Immerhin geht es nicht um Leben oder Tod.

Wie bereitet man sich auf den großen Moment des Finales vor?

Max Auf den Abend selber kann man sich tatsächlich nur mit Duschen und Rasieren vorbereiten. Da kann man nur hingehen, sich selbst treu bleiben und schauen, was passiert. Am Aussehen oder am Auftreten kann ja nicht mehr wirklich etwas verändert werden. Vor allem geht es an dem Abend um die Persönlichkeit, da will man sich dann von seiner besten Seite zeigen. Ich habe versucht während des ganzen Verfahrens einfach ich selbst zu bleiben. Mit dem Sieg hätte ich allerdings nicht gerechnet und einfach das Ende des Wettbewerbs abgewartet. Umso schöner war das Gefühl der Gewissheit, zumal meine Freunde im Publikum saßen und mitgefiebert haben.

Stehen noch weitere Wettbewerbe an?

Max Vielleicht gegen Ende des Jahres die Mister World Wahl. Das wäre richtig cool, weil ich dann auch die Gewinner der Mister-Wahlen der anderen Länder kennenlernen könnte. Viele vergessen immer, dass es bei solchen Wettbewerben nicht nur um das Äußere geht. Es werden beispielsweise auch sportliche Challenges im Vorfeld organisiert, von denen die Zuschauer, die sich das Finale anschauen, nicht unbedingt erfahren. Auch wie sich die Kandidaten untereinander geben und benehmen, fließt in die Entscheidung ein. Wie die Mister World Wahl abläuft, weiß ich gerade noch nicht, weil die noch so weit entfernt ist, dass ich mir darüber noch keine Gedanken machen möchte.