LUXEMBURG
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Zu Halloween: Auch noch so wild-entstellte Zombies sollten sich gesellschaftlich anpassen

Am 31. Oktober ist es wieder so weit, und alle Freunde des gepflegten Grusels können sich richtig austoben: Halloween steht vor der Tür. Es wird also langsam Zeit, sich über die passende Kostümierung Gedanken zu machen. Genau wie in der Mode gibt es auch jedes Jahr neue Trends bei den Grusel-Outfits.

Neben den allseits beliebten Horrorfilm-Figuren wie Freddy Krueger und Michael Myers liegen in diesem Jahr Kostüme im Trend, die von den Freak-Shows des 19. Jahrhunderts inspiriert sind. Horror-Clowns, bärtige Frauen und morbide Harlekins werden wohl auf keiner Halloween-Party fehlen.

TV-Serie als Trendsetter

Auch werden sich vermehrt Skelette und Geister die Ehre geben, denn der Knochen-Look in Erinnerung an „Dia de los Muertos“ ist in diesem Jahr total angesagt. „Und natürlich sorgt die Serie The Walking Dead für einen Hype im Bereich Zombie-Kostüme“, sagt Céline Crespin vom „Partyshop“ in Hollerich. Ein weiterer Trend, der sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet hat, wird auch in diesem Jahr weiter anhalten: Der Partner-Look, „dabei darf es auch etwas schicker sein, im Gothic-Stil oder Dracula mit seiner Braut. Dabei ist das Schminken in diesem Jahr bei den Jugendlichen besonders angesagt, und Blut, Blut, Blut...“, sagt die Managerin des Shops. Als Neuheit 2015 präsentiert Crespin Morphsuits in einem entsprechenden Halloween-Design, „die mittels einer App fürs Handy das Kostüm beispielsweise mit einem offenen schlagenden Herz aufpimpen.“ Natürlich ist dieser Spaß dann nicht besonders billig, knapp 80 Euro kostet so ein Kostüm. Und doch: Auf Accessoires für die Halloweenparty wird besonders Wert gelegt. „Spinnennetze, abgetrennte Arme oder auch der blutige Kopf auf dem Tisch neben den ausgerissenen Augen müssen einfach sein“, gruselt Crespin vor.

Auch Zombies müssen sich zivilisiert verhalten

Man sollte sich also nicht wundern, wenn man beispielsweise vermehrt auf eine ganze Zombie-Horde trifft... Doch diese Zombies sollten sich nicht wie entsprechende Gegenstücke wie im Film benehmen, denn „für die Bürger ist es nicht erfreulich, wenn Spukgestalten durch die Gegend ziehen und ihr Unwesen treiben. Dieses geschieht dann auch nicht immer lautlos“, resümiert Claude Strotz, Commissaire en Chef vom Pressedienst der Polizei. So werden gerne Hausfassaden mit Eiern, Kürbissen und anderem beworfen, Pflanzen aus den Gärten gerissen und Autos beschmiert respektive beschädigt. „Auch schrecken die Spukgestalten nicht davor zurück, sich auf Friedhöfen niederzulassen, um dort Grabstätten zu beschmieren oder sogar zu beschädigen.“

Strotz weist darauf hin, dass es sich hierbei nicht nur um üble Streiche, sondern auch um Straftaten handelt und dass jede festgestellte Zuwiderhandlung strafrechtlich verfolgt wird.

Hier ein Auszug aus dem Strafgesetzgebung: „Wer Steine oder andere harte Körper oder sonstige Gegenstände, welche beschmutzen oder beschädigen können, gegen fremde Wagen, Häuser, Gebäude oder in Gärten und Umschließungen wirft, wird mit einer Geldstrafe von 25 bis 250 Euro bestraft.“ Doch das Gesetz geht noch weiter: „Mit Gefängnis von acht Tagen bis zu einem Jahr und mit einer Geldstrafe von 251 bis 5.000 Euro wird bestraft, wer folgende Gegenstände zerstört, umstürzt, verstümmelt oder beschädigt: Grabstätten, Gedächtnismäler oder Grabsteine; Denkmäler, Standbilder oder andere Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur öffentlichen Zierde bestimmt und durch die zuständige Behörde oder mit ihrer Genehmigung errichtet wurden; Denkmäler, Standbilder, Gemälde oder irgend sonstige Kunstwerke, welche in Kirchen, Kultstätten oder anderen öffentlichen Gebäuden aufgestellt sind.“

„Jede Sachbeschädigung oder Beschädigung von fremdem, beweglichen Eigentum, wird mit Gefängnis von einem Monat bis zu drei Jahren und/oder Geldstrafe bestraft“, ergänzt der Beamte.

Streiche können durchaus teuer werden

Strotz präzisiert: „Jugendliche machen sich auch strafbar und müssen sich vor dem Jugendgericht verantworten. Natürlich muss der Täter daneben für den angerichteten Sachschaden aufkommen.“

Jeder soll seine Freude an einem Fest haben, dieses soll aber im Rahmen des „Angenehmen bleiben, sodass jeder Bürger voll auf seine Kosten kommt und jeder zufrieden nicht nur Halloween feiern kann.“