LUXEMBURG
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Über die Buick 90 Limousine 38, mit der die großherzogliche Familie 1940 ins Exil fuhr

Die Buick 90 Limousine 38 war eines der Fahrzeuge, mit der die großherzogliche Familie, genauer Prinz Jean und zwei seiner Schwestern, in der Nacht zum 10. Mai 1940 ihre Reise ins Exil antrat, um sich vor der heranrückenden Wehrmacht in Sicherheit zu bringen. Die Reise ging durch Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die USA nach Kanada. In Montreal im Quebec fand man vorerst eine Bleibe, mit dem Buick wurden entsprechende Reisen in Kanada und den USA unternommen. Am 10. Mai 1944 kehrten Prinz Felix und Prinz Jean nach Luxemburg zurück, Großherzogin Charlotte folgte am 14. April 1945. Die Buick Limousine wurde Anfang der 1950er-Jahre nach Luxemburg zurückgeholt, aus dem Dienst ausgemustert wurde das Automobil zu Beginn der 60er Jahre. Mit der Eröffnung des „Conservatoire National de Véhicules Historiques“ in der ehemaligen Kutschenfabrik Wagner in Diekirch fand das geschichtsträchtige Fahrzeug einen neuen Standort in der Ausstellung. Es waren vornehmlich Ton Maathius (gestorben 2007) und Jos Weisgerber vom CNVH, die damit betraut waren, die amerikanische Limousine aus dem Jahr 1938 wieder fahrtüchtig zu machen und auch zu halten.

Nachdem die Arbeiten beendet waren, fuhren sie nach Schloss Berg, um es Großherzog Henri zu präsentieren. Spontan wurde eine Probefahrt mit dem Großherzog am Steuer und mit Maathuis und Weisgerber als Fahrgästen unternommen.

Das Fahrzeug, das sich in einem hervorragenden Zustand befindet, ist sicherlich als ein Highlight in der Oldtimerausstellung des CNVH anzusehen und wird von Zeit zu Zeit auch gefahren. So war es am 2. Mai 2015 auf dem Flugfeld Luxemburg-Findel mit von der Partie, als der 70. Jahrestag der Rückkehr aus dem Exil der Großherzogin Charlotte gefeiert wurde. Am 8. März 2018 wurde es bei Dreharbeiten zum Film von Annette Bak „Heute noch müssen wir fort. 10. Mai 1940 Schicksalstag für Luxemburg“ eingesetzt.