LUXEMBURG
INGO ZWANK

Letztes Jahr wurden 43.087 Straftaten bei der Polizei gemeldet - Aufklärungsrate bei 43,3 Prozent

Die Polizei arbeitet mit ihren Mitteln effektiv und ebenso flexibel: So der Tenor des stellvertretenden Polizeigeneraldirektor Donat Donven gestern bei der Präsentation der luxemburgischen Kriminalstatistik 2014. Terminlich bedingt konnten Generaldirektor Philippe Schrantz und der zuständige Minister Etienne Schneider (LSAP) der Pressekonferenz nicht beiwohnen. Mit 43.087 Straftaten wurde die Polizei im Jahr 2014 befasst, 3.130 Taten mehr als im Vorjahr, so Donven, somit eine Kriminalitätsrate von 7.839 Taten/100.000 Einwohner (2014, im Vergleich zu 7.440 im Jahr 2013; 2010: 6.081 Taten), was einer Steigerung von 5,36 Prozent gleichkommt. So wurden insgesamt 25.545 Straftaten gegen das „Hab und Gut“ (Diebstähle, Vandalismus) und insgesamt 8.935 gegen Personen festgestellt. Dies bei „einer Aufklärungsquote von 43,3 Prozent, was einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber 2013 entspricht“, so die Polizeidirektion. 90,9 Prozent der im Jahr 2014 identifizierten Täter waren volljährig.

Einbrüche weiter gestiegen

Im Bereich Einbruch wurden 2014 insgesamt 4.368 Taten (davon 1.951 vollendete und 1.364 Versuche in Wohnhäuser einzudringen) aufgenommen.

Am häufigsten von dieser Art von Delikten betroffen waren hier immer noch die stark bewohnten Gemeinden, „wo man eben schnell hinkommt und auch wieder schnell weg kommt.“ Alleine im Monat November ist in allen sechs Polizeiregionen die Zahl der Einbrüche angestiegen.

Ferner wurden 566 Raubüberfalle, darunter 279 Handydiebstähle (2013: 250) von der Polizei aufgenommen. Ausserdem wurden zwei Tankstellenüberfälle und ein weiterer Überfall auf ein Geschäft registriert.

Was Autodiebstähle angeht, „so sind die Zahlen recht stabil, glücklicherweise aber sinkend“, erklärte Donven. 325 Fahrzeugdiebstähle (gegenüber 332 im Jahr 2013) wurden festgestellt.

Bei den Straftaten gegen Personen wurde betont, dass 2014 vier Fälle von Mord und Totschlag ermittelt werden mussten, „wobei immer betont werden muss, dass es sein kann, dass die Delikte bei uns anders erfasst werden, als sie später bei Gericht verhandelt werden“, sagte Donven.

Bei den Körperverletzungsdelikten wurden 3.187 Taten erfasst, was erneut eine Steigerung gegenüber 3.018 im Jahr 2013 von 5,6 Prozent darstellt. Die Straftaten im Bereich „Häusliche Gewalt“ stiegen von 844 auf nunmehr 876 im Jahr 2014, dies bei 330 Ausweisungen.

Die Drogenproblematik ist auch weiterhin ein großes Arbeitsfeld, wurden doch im letzten Jahr 4.190 Delikte festgestellt, „ein Plus von fast 1.000 Taten gegenüber dem Vorjahr“, wie Donven ausführte.

Was auch auffalle, sei der Umstand, „dass die Bürger immer schneller Anzeige aufgrund Beleidigung erstatten“, sagte Donven, wurden doch in diesem Bereich 3.489 Delikte erfasst.

Mehr Übergriffe gegen Beamte

„Woran wir nun diese Steigerungen der erfassten Delikte festmachen müssen, ist schwierig.

Teils liegt es sicher am Zuwachs der Bevölkerung, teils auch an einem Schwerpunkt der Polizeiarbeit“, sagte Donven. Doch allgemein nehme ohne Zweifel der Respekt gegenüber Personen und auch dem Eigentum ab, sagte Donven, dies belege unter anderem auch die Anzahl von erfassten Übergriffen und Rebellionen gegenüber Amtsträgern. 237 mal wurden diese 2014 angegangen, 207 Übergriffe waren es im Jahr zuvor, 107 Rebellionen wurden dabei beanzeigt (2013: 94).

„Klau-Tourismus“

Das Phänomen des „Klau-Tourismus“ ist ebenfalls unter ständiger Aufsicht, wie die Polizeiführung betonte.

„Man geht sicher noch davon aus, dass man hier in Luxemburg noch etwas mehr holen kann als anderswo“, sagte Donven mit Blick auf die Täter, die nur kurze Zeit in Luxemburg sind. Was das externe Gutachten über die Polizei angeht, das der Minister beantragt hat, so soll dies wohl in einem bis zwei Monaten abgeschlossen sein. „Dann muss man sehen, welche Konsequenzen hier zu ziehen sind und welche Maßnahmen kurzfristig und welche längerfristig umgesetzt werden müssen“, meinte der stellvertretende Generaldirektor der Polizei.

Wo er, Donven, selbst Handlungsbedarf sehen würde, dazu wollte sich der Beamte nicht äußern: „Ich wurde wie viele gefragt und habe meine Ansicht dazu kundgetan. Wir werden sehen, was für Ergebnisse das Gutachten zu Tage bringt.“