REMERSCHEN
PATRICK WELTER

Die Genossenschaft „Vinsmoselle“ stellt Winzer und Winzerinnen in den Mittelpunkt

Was schätzen luxemburgische Kunden am meisten am luxemburgischen Wein? Dass er aus heimischen Landen kommt, ein regionales und frisches Produkt ist und von Menschen gemacht wird, die man kennt. Eigentlich logisch, aber es bedarf doch der Marktforschung um diese Erkenntnis zu bestätigen und seine Schlüsse daraus zu ziehen.

Fast hundert Jahre Weinbaugenossenschaft

Die Weinbaugenossenschaft „Vinsmoselle“ hatte für gestern zu einer Pressekonferenz in das ehemalige Kellereigebäude in Remerschen eingeladen - ohne die Gründe näher zu erläutern. Noch zu Beginn der Veranstaltung tat man etwas geheimnisvoll. Der Direktor der Vinsmoselle, Patrick Berg, sprach zunächst etwas kryptisch davon, dass man als luxemburgischer Marktführer seine Komfortzone verlassen habe, um etwas Neues zu machen. Dafür habe man zuerst einmal die eigene Herkunft des Unternehmens hinterfragen müssen. Dazu gehöre ein Bekenntnis zur Tradition, immerhin wurde die erste luxemburgische Winzergenossenschaft schon 1921 gegründet - eine Jahreszahl, die man sich merken muss. Zur luxemburgischen Tradition gehört auch der frische spritzige Weißwein und die Menschen, die aus den Trauben unter den verschiedensten Bedingungen gute Weine machen, die Winzer der Vinsmoselle. Nachdem Blick ins Innenleben des Unternehmens kamen dann die potenziellen Verbraucher zur Sprache und dabei wurde genau das deutlich, was in den einleitenden
Zeilen steht: Sie gaben ein Bekenntnis zur Region, zum typischen Wein und zu den Winzern ab.

Respekt, Authentizität, Passion

Für den Präsidenten der Genossenschaft, Josy Gloden, stehen die 200 Winzerfamilien für Respekt gegenüber der Natur, Authentizität als regionale Anbieter und Passion, also Leidenschaft, für den Moselwein. Daher sei es mehr als angebracht die neue Produktlinie der Vinsmoselle nach denen zu benennen, deren Herz am Wein hängt: „Les Vignerons de la Moselle.“ Unter diesem neuen Label werden frische Weißweine des Einstiegssegments vertrieben werden. Der besondere Clou dabei sind die Etiketten, die keinen Retortenwinzer aus der Bilddatenbank zeigen. Stattdessen stehen die gezeichneten Porträts von sieben luxemburgischen Winzern und Winzerinnen für die Authentizität der Weine. Claude, Laura, Aly, Nico, Guy, Pierre und Linda und repräsentieren mit einer Unterschrift die Vielfalt der luxemburgischen Mosel.

Die Flasche bricht aber mit hergebrachten Traditionen. Die Weine der Linie „Les Vignerons de la Moselle“ werden in klaren Burgunderflaschen mit Drehverschluss abgefüllt. Das Rückenetikett hilft den Neulingen und den in Sachen Wein wenig bewanderten Konsumenten. Es gibt Auskunft über Trinktemperatur, Geschmacksrichtung und zu welchem Essen genau dieser Wein passt. Wer mehr wissen will, kann einen QR-Code nutzen.

Sieben Rebsorten

Die Linie „Les Vignerons de la Moselle“ ersetzt die bisherigen AOP-Weine (blaue Etiketten, grüne Flaschen) - unterliegt aber ebenfalls dem AOP-Güte-Siegel - und bietet sieben Rebsorten an: Elbling, Rivaner, Pinot Luxembourg, Auxerrois, Pinot Blanc, Pinot Gris bis hin zum Riesling.