BARTRINGEN
NICO PLEIMLING

Hauptfokus des „Automobile Club Luxembourg“ liegt weiterhin bei der Pannenhilfe

Der „Automobile Club Luxembourg“ (ACL) hat seine Führungsstruktur verändert. Unter anderem soll der Verwaltungsrat mehr ins Tagesgeschäft eingebunden werden. Dies soll teilweise über spezifische Komitees geschehen. Der neue Direktor Jean-Claude Juchem, der diese Position seit dem 12. Mai besetzt und gestern seinen ersten öffentlichen Auftritt im Rahmen der Präsentation der Jahresbilanz 2013 hatte, wird indes eher die Rolle eines CEO übernehmen und leitet das Direktionskomitee.

Weniger Einsätze 2013

Hauptaufgabe des ACL bleibt weiterhin die Pannenhilfe. Obwohl es 1.220 Einsätze weniger gab als im Vorjahr, so wurden die Helfer 2013 immerhin wieder 36.402 Mal gerufen. ACL-Präsident Yves Wagner erklärte, dass dieser leichte Rückgang der Einsätze nichts damit zu tun habe, dass inzwischen andere Anbieter auf dem Markt aufgetaucht seien: „Wir sind bei der Pannenhilfe saison- und wetterabhängig. Der Winter 2013-2014 war sehr mild und daher gab es auch beispielsweise keine Einsätze wegen Problemen beim Winterdiesel.“

171.255 Mitglieder

Der ACL zählte am 31. Dezember 2013 171.255 Mitglieder, um die sich insgesamt 146 Angestellte kümmern. „Wir haben momentan wohl die maximal mögliche Mitgliedszahl erreicht und zählen weltweit proportional gesehen die meisten Mitglieder eines Automobil Clubs.“, sagte Frank Schmit, Verantwortlicher für die Mitglieder des ACL. Das Call Center ist in Sachen Betreuung das zentrale Nervensystem. 88,01 Prozent der 80.930 Anrufe wurden im vergangenen Jahr innerhalb von 20 Sekunden beantwortet.

Frank Schmit erklärte weiter, dass die Mechaniker schon häufig am Telefon versuchten, eine Diagnose zu erstellen und dann in vielen Fällen das Auto vor Ort reparierten: „Im Vergleich mit anderen haben wir damit eigentlich keine Konkurrenz.“

Der neue Direktor Jean-Claude Juchem bemerkte indes, dem ACL sei es wichtig, die Mobilität seiner Mitglieder zu garantieren. Frank Schmit betonte, die Pannenhilfe sei zwar die größte, aber gleichzeitig die jüngste Dienstleistung des Automobil Clubs. Jene sei, nach Sport, Tourismus und Straßenverkehrsordnung, erst in 1970er Jahren dazu gekommen.

„Yellow Cab“-Service wird eingestellt

Im vergangenen Jahr schloss das ACL mit einem Minus von 212.000 Euro ab. Dies begründeten die Verantwortlichen damit, dass man viel in das neue Diagnostikzentrum sowie in das „Yellow Cab“ investiert habe. Weitere Investitionen seien in Sachen Informatik und Call Center geplant. Für 2014 wurde aber ein ausgeglichenes Budget vorgerechnet, die Mitgliedsbeiträge werden nicht steigen. Unterdessen das Diagnostikzentrum aus logistischen Gründen nur für Wagen vorgesehen ist, die schon über 20 Jahre alt sind, wird das Taxi des ACL wohl bald eingemottet werden. „Wir haben unser Ziel erreicht. Unsere Forderungen nach umweltfreundlichen Autos, besseren Preisen, ausgebildeten Fahrern sowie Zonenaufteilungen sind im aktuellen Gesetzesentwurf drin und somit können wir uns zurückziehen“, erklärte Frank Schmit.