LUXEMBURG
DANIEL OLY

Die Grippewelle schlägt wohl schon bald um sich

In jedem Jahr kommt sie, die Grippewelle. Zur Zeit hält sie Frankreich im Griff: Im Süden des Landes wurden zusätzliche Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück beordert, wie die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine am Dienstag bestätigt hatte, um dem Bedarf gerecht zu werden. Seit dem gestrigen Mittwoch laufen wieder Informationsspots im Radio und im Fernsehen, um die Öffentlichkeit über Risiken und Schutzmaßnahmen zu informieren. Einrichtungen für Senioren wurden dazu angehalten, wieder mit Impfungen als Vorsichtsmaßnahme anzufangen. Ältere Menschen, schwangere Frauen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen gehören zu den Risikogruppen bei Grippe-Epidemien, auf die man besondere Rücksicht nehmen sollte. Durch die Tröpfcheninfektionen können sich die Grippeviren leicht per Händedruck oder durch Husten und Niesen verbreiten.

Besonders tückisch: Rund ein Drittel der Grippeerkrankungen zeigen kein klares Krankheitsbild: Die Erkrankten merken es selbst oft kaum, stecken dann aber andere Menschen an. Nur ein Drittel der Infektionen manifestieren sich tatsächlich als besonders starke Erkrankung, mit der man dann auch lieber zuhause bleibt. Eine Grippewelle dauert daher in der Regel ungefähr neun Wochen - aber im Winter 2010 dauerte sie beispielsweise fast 16 Wochen.

(K)eine Frage der Zeit

Auch in Luxemburg steht die Grippewelle wohl kurz bevor. Die Ergebnisse des nationalen Gesundheitslabors (LNS) zeigen, dass in der vergangenen Kalenderwoche Nummer 52 der Prozentsatz der Neu-Infektionen erstmalig wieder über zwei Prozent stieg (2,5 Prozent im Vergleich zu 1,2 Prozent in der vorherigen Woche). Laut Dr. Pierre Weicherding von der Sanitärinspektion des Gesundheitsministeriums ist es keine Frage, ob die Grippe auch im Großherzogtum auftreten wird, sondern lediglich eine Frage, wann es soweit sein wird: „Im vergangenen Jahr zum Beispiel hatten wir eine Grippewelle, die eher im Februar stattfand. Dieses Jahr scheint es etwas früher los zu gehen. Das ist aber durchaus nicht ungewöhnlich“.

Deshalb habe man auch hierzulande vorbereitend Impfungen für Risikogruppen vorgezogen, sämtliches Gesundheitspersonal sei überdies auch im Voraus zur Impfung angeregt worden. Ansonsten bleibe nur, vorsichtig zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Wir können daher nur dazu raten: Händewaschen nicht vergessen, um eine Infektion zu vermeiden - und wenn es einen dann doch erwischt, sollte man aufpassen, um niemand anderes anzustecken“, erklärt Dr. Weicherding.