Was in anderen Großstädten Europas schon länger ein Trend ist, kommt jetzt auch in Luxemburg an: Das Carsharing. Will heißen man besitzt nicht mehr ein Auto, sondern mietet sich einen Wagen an einer Ausleihstation, erledigt seine umfangreichen Einkäufe im Supermarkt und stellt danach das Auto wieder ab. Das Carsharing soll sich nach dem Willen der Stadt Luxemburg als ergänzendes Element in das Konzept der Ökomobilität einfügen, damit man bei speziellen Aufgaben, die nicht per ÖPNV oder mit dem Fahrrad erledigt werden können, auf ein bereitstehendes Fahrzeug zurückgegriffen werden kann. Das Auto wird so unter vielen Nutzern geteilt.
Start mit zehn Autos
In Luxemburg heißt der gestern vorgestellte Carsharing-Dienst „Carloh“. Die Stadt Luxemburg hält an der Aktiengesellschaft einen Anteil von 97 Prozent. Den Rest teilen sich der Automobilclub ACL, der für Wartung und Unterhalt der Fahrzeuge sorgt und der europäische Carsharing-Anbieter Cambio, der die Software und die elektronische Kundenbetreuung übernimmt. Nach Auffassung der Stadt Luxemburg kann ein Carsharing-Wagen sechs bis zehn Privatwagen ersetzen. Bei der Präsentation wurde gestern darauf hingewiesen, dass die Carsharing-Anbieter in Deutschland in diesem Jahr die Schranke von einer Million Kunden überwunden haben, denen sie mehr als 15.000 Autos anbieten können. In Luxemburg ist man zunächst mit zehn Wagen an fünf Stationen am Start. Standorte sind in Belair (Rue Astrid), in Bonneweg (Rue Jean-François Gangler), im Bahnhofsviertel (Rue Bender) in der Oberstadt am „Klenge Knuedler“ (Rue Notre Dame) und auf dem Limpertsberg (Avenue Victor Hugo).
Die Fahrzeuge, die nach drei verschiedenen Tarifen zur Verfügung gestellt werden, sind kleine Fünftürer, zunächst Volkswagen Polo und Opel Meriva, mit konventionellem Antrieb. Auf die Anschaffung von Elektro-Autos - wie von der CSJ gefordert- wurde verzichtet, um es den Kunden so einfach wie möglich zu machen. Der Kunde zahlt Gebühren abhängig von den gefahrenen Kilometern und der genutzten Zeit. Er muss sich um nichts anderes kümmern.
Polfer erwartet hohe Nachfrage
Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer wies darauf hin, dass die Idee des Carsharing schon in der Schöffenratserklärung von 2011 festgehalten wurde. Sie meint, dass die Nachfrage unter den Bürgern der Hauptstadt sehr groß sein werde.
Zunächst sitzen die Ansprechpartner von „Carloh“ für Auskünfte in der „Info-box“ in der rue de la Poste.





