LUXEMBURG
DANIEL OLY

Der Rapper Louvar greift nach seinem „Battle“-Meistertitel weiter nach den Sternen

Der Titel ist in der Tasche, meisterhaft hat er ihn erobert. Aber der junge Rapper mit dem Künstlernamen Louvar will noch lange nicht aufhören; stattdessen wird ständig weiter gearbeitet, weiter geschrieben, weiter gerappt. Der Traum: Eine Musikerkarriere. Dafür will er alles geben, wie der frisch gekürte französische und luxemburgische Champion der Rap-Wettbewerbe „Punch Ligue“ und „Rap Contenders“ erklärt.

„Ich mag es, mich mit anderen messen zu können. Ich mag den Wettbewerb“, meint Louvar, der zwar schon im Alter von zwölf Jahren mit dem Text-Schreiben begann und mit dem eigentlichen Rappen seit dem 16. Lebensjahr voll bei der Sache ist, sich aber erst 2013 mit den Rap-Wettbewerben auseinander setzte. „Ich habe jetzt zehn Jahre Erfahrung, und als sich 2013 die Planung, Musik zu machen, konkretisierte, habe ich mich auch bei den Battles umgeschaut“, betont er. Die Wettbewerbe basieren auf einem Modell, bei dem regelmäßige Contests eine Rangliste füttern. Die Rapper mit den meisten Punkten treten dann gegeneinander für den Titel an - direkter Zweikampf, und die besten Sprüche zählen; Louvar ist so nach seinen Siegen in Luxemburg (im August) und dem Gesamtsieg bei den „Rap Contenders“ in Paris zum Jahresbeginn sowohl französischer und luxemburgischer Rap-Meister.

Nutzen, was man kann

Louvar ist aber auch Teil des Duos „Dorian & Louvar“. „Wir kennen uns schon ewig. Wir haben festgestellt, dass wir dieselben Ideen und Faszinationen haben, wenn es um die Musik geht“, erklärt Louvar über seine Kooperation. „Deshalb haben wir Lust, zusammen zu arbeiten und einander besser zu machen.“ So helfe man sich gegenseitig, etwa auch bei Konzepten zu Solo-Alben. 2010 gab es die erste Zusammenarbeit, 2013 veröffentlichte das Duo die erste gemeinsame Platte: „Rêve, Raison, Réalité“. Kurz darauf veröffentlichte Louvar sein erstes Mixtape „Zenith“, auch Dorian arbeitete und veröffentlichte Solo-Projekte.

Beide rappen sie auf Französisch - „das ist das einfachste, denn wir sind beide muttersprachlich französischsprachig aufgewachsen“, meint er. Da komme der Text leichter von der Hand. „Wer gut sein will, muss das nutzen, was er kann. Englisch funktioniert da einfach nicht, zumindest nicht für mich“, weiß er. Denn obwohl sie auch englischsprachige Musik, vor allem aus den USA hören, fühlen sie sich sprachlich wohler im Französischen.

Beeinflusst werde ihr Stil deshalb davon auch nicht - zumindest nicht bewusst. „Wir haben sicher Einflüsse von anderen Musikern, weil wir alles unbewusst aufsaugen und reproduzieren“, meint Louvar. „Aber wir kopieren nicht gezielt bestimmte Formen oder Stilrichtungen, sondern hören uns einfach nur um, was die Kollegen in den USA, in Frankreich, Italien oder sonstwo machen.“ Aber um groß rauszukommen reiche es ohnehin nicht, bei anderen Künstlern abzukupfern. Und das bleibe ganz klar das Ziel: „Ich will Musikkarriere machen“, betont er.

Das geht zügig voran und nimmt nicht zuletzt durch die Teilnahme an den Wettbewerben und dem Erfolg bei Konzerten immer mehr an Fahrt auf. „Es geht immer weiter, immer besser - das spornt an“, sagt er. „Ich arbeite hart für dieses Ziel. „ Seine bisherige Karriere habe ihn deshalb entsprechend angefixt: „Tolle Erlebnisse wie unser Konzert in der Rockhal, dort hatten wir tolle Interaktion mit dem Publikum, das hat uns angespornt“, erklärt Louvar. Überhaupt seien ihm Auftritte, auch im Ausland, sehr positiv in Erinnerung geblieben und seien ein weiterer wichtiger Motivationsfaktor. „Konzerte in Liverpool oder andere im Ausland - das waren immer tolle, neue Erlebnisse“, sagt er. „Die Faszination, etwas Neues erleben zu können, treibt mich natürlich an.“

Texte ständig im Kopf

Bis es mit der Karriere klappt, muss es aber auch noch ein Leben neben der Musik geben. Louvar ist deshalb berufstätig. „Das läuft noch nebenher, aber mein Talent ist auch, dass ich auch bei der Arbeit an der Musikkarriere feilen kann; wenn mir bei der Arbeit die Idee für einen neuen Text kommt, zum Beispiel. Das Schreiben wird damit zunehmend zur Gewohnheit. „Ich habe das einfach ständig im Kopf“, meint er. Anfangs sei es schwer gewesen, inzwischen fallen ihm neue Texte immer leichter. Klar: „Wer das mehr als zehn Jahre lang tut, wird irgendwann gut darin.“

Mehr Informationen unter www.twitter.com/louvar54