CLAUDE KARGER

Der „Peitsche weg!“-Appell unseres Chefdiplomaten an die „GroKo“-Koryphäen, mehr an Europa zu denken, war manchen Kommentatoren im Hals stecken geblieben. „Für den Luxemburger Außenminister Jean Asselborn sind die Deutschen Exportschmarotzer, Egoisten, Geizkrägen und Unterdrücker“, entrüstet sich etwa einer auf „Focus-online“, der sich allerdings offenkundig nur wenig mit den Argumenten des Steinforter Weltpolitikers auseinander gesetzt hat: „Asselborn schreibt so offenkundigen Unsinn, dass man sich die Mühe ersparen kann, ihn zu widerlegen“. Was für ein Affront! Natürlich bekommt unser sympathischster Politiker, der heute morgen seinen Busenfreund Steinmeier in Berlin besuchen wird, vor allem Peitschenhiebe aus der rechtspopulistischen Ecke. Natürlich sind Asselborn und Bettel nicht die einzigen Luxemburger, die derzeit auf europäischem Parkett von sich reden machen. Ein Dauerabo dafür hat der frisch gebackene CSV-Oppositionschef, der gestern nun doch konkreter zu seinen EU-politischen Ambitionen wurde. „Ich bin bereit, wenn man mich fragt. Ich möchte nur gewisse inhaltliche Freiheiten in Anspruch nehmen“, sagte der freie Mann „Le Monde“ auf die Frage hin, ob ihn der EU-Kommissionsvorsitz reizen würde. Ob Frau Reding bereits packt?