PONT-A-MOUSSON
CHRISTIAN SPIELMANN

Vladimir Cosma und Eric Serra live auf der Bühne in Pont-à-Mousson

In der lothringischen Stadt Pont-à-Mousson fand übers Wochenende das Festival „Des Notes & des Toiles“ statt, bei dem die Filmmusik im Mittelpunkt stand. Die absoluten Glanzlichter neben einem Filmwettbewerb, Ausstellungen und einem Flohmarkt, waren zwei Konzerte der Filmmusikkomponisten Vladimir Cosma und Eric Serra.

Evergreens von Vladimir Cosma

Am Freitagnachmittag beantwortete der 1940 in Rumänien geborene Komponist Vladimir Cosma während einer „Kinolektion“ die Fragen seines Interviewers, dem Radiosprecher Vincent Perrot, und des Publikums.

Ganz interessant war die Geschichte zur Musik von „La Boum“ (1980). Regisseur Claude Pinoteau hatte den Sänger Michel Polnareff mit dem Komponieren beauftragt. Polnareff musste aber nach Amerika reisen. Es wurde dringend ein Song für eine Party-Szene gesucht. Kurzerhand sprach Pinoteau Cosma an, und so entstand „Reality“, einer der schönsten französischen Filmsongs. Am Abend war die Halle des Espace Montrichard bis auf den letzten Platz gefüllt.

Cosma dirigierte das „Orchestre National de Lorraine“ und das „Choeur Régional de Lorraine“, sowie eine Handvoll Ausnahmemusiker, die ihn seit Jahren begleiten, wie unter anderem Cezar Cazanoi auf der Panflöte, Greg Zlap auf der Mundharmonika oder Emil Bizga auf der Trompete. Die Sopranistin Irina Baiant sang „Your Eyes“ aus „La Boum 2“, „L’Amour en héritage“ und das Lied der Wally aus der gleichnamigen Oper von Alfredo Catalani, das Cosma für den Film „Diva“ neu arrangierte.

Die Themen aus „L’As des As“, „La chèvre“, „L’Aile ou la cuisse“ oder „Le grand blond avec une chaussure noire“ ließen Erinnerungen an die beste Zeit der französischen Filmkomödien wach werden. Das Sahnehäubchen für alle die 1980 in Sophie „Vic“ Marceau verliebt waren, war der Auftritt von Richard Sanderson, der mit seiner unverwechselbaren Stimme „Reality“ sang, sein einziger Hit übrigens. Perfekt gespielt und gesungen hatte dieses Konzert etwas Überirdisches an sich.

Rhythmisches mit RXRA

Auch Eric Serra stellte sich am Sonntagnachmittag den Fragen des Publikums, und am Abend war für ihn und seine Band RXRA sozusagen die Generalprobe für eine Konzertreihe, die am 15. Oktober im „Grand Rex“ in Paris beginnen wird und ihn am 24. November nach Yutz bringt, das am nahesten bei Luxemburg liegt. Mit ihm selbst an der Bassgitarre, Jim Grandcamp an der Gitarre und dessen Bruder Jon am Schlagzeug, Pierre Marcault an den Schlaginstrumenten und einem außerordentlichen Christophe Panzani auf dem Saxophon, startete das Konzert mit der Musik aus „Nikita“.

Sofort war klar, dass hier der Rhythmus dominieren wird, anstatt melodiöse Filmthemen. Neben einer Komposition für den Cirque du Soleil, spielte die Band Musik aus „The Fitfth Element“, „Subway“, „Le Grand Bleu“, „Leon“, „Goldeneye“ und „Arthur et les Minimoys“. Serra selbst sang „Little Light Of Love“ aus „The Fitfth Element“ und „Lady Blue“ aus „Le Grand Bleu“. Die ganz aparte, von Rhythmen dominierte Tonkulisse von RXRA gefiel außerordentlich gut. Das Festival in Pont-à-Mousson wird 2016 eine zweite Ausgabe erleben, aber ob dann diese zwei Konzerte zu übertreffen sind, werden wird in einem Jahr wissen.