DÜDELINGEN
PATRICK VERSALL

Das Tierheim Düdelingen hat mit einer Katzenschwemme zu kämpfen

Wenn sich fast das ganze Land in den Urlaub verabschiedet, beginnt für alle Tierschutzorganisationen und Tierheime eine arbeitsintensive Jahreszeit. Selbst ernannten Tierfreunden ist dann jede Ausrede recht, um sich des noch jungen Vierbeiners zu entledigen, um keinen zweibeinigen Dosenöffner suchen zu müssen, der das tierische Familienmitglied während der Abwesenheit der Halter füttert. Oder aber, weil man nicht dazu bereit ist, ein paar Euro für eine Tierpension auszugeben. Werden die Vierbeiner nicht an der Autobahnraststätte ausgesetzt - das klassische, sich jedes Jahr wiederholende Szenario -, werden ihre Besitzer in einem der Tierheime vorstellig, um sich des den Familienfrieden störenden Kläffers oder Schnurrers zu entledigen.

Um Erklärungen, die ihr Handeln rechtfertigen sollen, sind die „Tierfreunde“ nie verlegen. Von der urplötzlich auftretenden Allergie bis hin zum spontanen Wohnungswechsel: Jede Ausrede ist recht, wenn das Haustier möglichst schnell aus den vier Wänden verschwinden soll.

Scheue Jungtiere

Tierheime wie jenes in Düdelingen haben auch diesen Sommer mit einer großen Katzenschwemme zu kämpfen, der man fast nicht mehr Herr wird. Über 100 Katzen haben zurzeit in Düdelingen eine provisorische Bleibe gefunden; streng genommen kann das Heim aber nur 40 Stück aufnehmen. Im Sommer vergangenen Jahres war die Situation -zumindest in Düdelingen -weniger prekär als es zurzeit der Fall ist.

Marie-Anne Misteri vom Tierheim hofft, das sich die Situation demnächst stabilisiert, sprich, dass weniger Katzen abgeliefert werden und gleichzeitig wieder Tiere adoptiert werden.

Denn neben den nicht selten unter fragwürdigen Vorwänden abgegebenen Katzen fristen in Düdelingen auch sehr viele Streuner ihr Dasein. Nicht selten werden streunende Katzenmütter mitsamt ihrem blutjungen Nachwuchs von Tierfreunden gefunden und in Düdelingen abgegeben. Meistens handelt es sich hier um sehr scheue Jungtiere, die von klein auf wenig Kontakt zu Menschen hatten. Diese Tiere würden sich schwer vermitteln lassen, so Marie-Anne Misteri, die an alle Katzenhalter appelliert, ihre jungen Katzen kastrieren zu lassen


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