LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

OECD blickt kritisch auf die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern

Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau gibt es nach wie vor. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der OECD. Die berufliche Laufbahn der Frau quer durch die verschiedenen Länder wurde genauestens unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist ein 354 Seiten starkes, nicht unbedingt leicht verdauliches Dokument.

In vielen Bereichen besteht immer noch Nachholbedarf. Darauf hinzuweisen ist Sinn und Zweck der vorliegenden Studie: Die verschiedenen Länder sollen Verantwortung übernehmen und jegliche Diskriminierung aus der Welt schaffen, Frauen demnach bessere Chancen in verschiedenen Bereichen einräumen und letztendlich Chancengleichheit nicht mehr nur ein leeres Schlagwort sein lassen. Durchschnittlich verdienen die Männer in den OECD-Ländern 16% mehr als Frauen im gleichen Job.

Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen stellen in vielen Ländern immer noch eine Minderheit dar, besonders bei uns. Luxemburg bildet diesbezüglich das Schlusslicht: Nur 21% der Personen mit Führungsverantwortung sind weiblichen Geschlechts. An der Ausbildung der Frauen mag dies nicht liegen: In sämtlichen Ländern der OECD ist die Zahl der Frauen mit Studienabschluss gestiegen. Nach wie vor bestehe jedoch eine unsichtbare Barriere, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindere. Weibliche Top-Verdiener verfügen außerdem, so der OECD-Durchschnitt, über 21% weniger Gehalt als männliche Top-Verdiener.


Mütter zahlen einen hohen Preis

Besonders markant in allen Ländern ist die Tatsache, dass Mütter unterm Strich sehr viel weniger verdienen als Männer: Durchschnittlich haben sie am Ende des Monats 22% weniger in ihrer Lohntüte. Luxemburg bildet mit 21% keine Ausnahme. Die OECD nennt diese Tatsache treffend „the high price of motherhood“. Dafür scheint es laut Statistik diesseits der Grenzen aber keinen Lohnunterschied zwischen kinderlosen Frauen (besonders jungen Damen) und Männern zu geben. In fast allen andern Ländern ist genau das jedoch der Fall.

Die ewige Frage nach dem Warum

In der vorliegenden Studie werden verschiedene Thesen aufgestellt, warum Mütter über weniger Gehalt verfügen als Männer. Die Rede ist von teils „gepfefferten Kosten für die Kinderbetreuung“ oder der Schwierigkeit, überhaupt solche Dienste in Anspruch nehmen zu können. Hinzu kämen Steuerbelastungen, die viele Frauen von längeren Arbeitszeiten abhielten. Besonders Mütter arbeiten in Teilzeit: In Luxemburg sind es mehr als 30%. Kürzere Beitragskarrieren, weniger Arbeitsstunden und niedrigeres Einkommen führen auch zu niedrigeren Renten.