LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

In diesen Ländern und in diesem Alter haben junge Leute die wenigsten Sorgen

Wie tickt die Generation Z? Sind die 15- bis 21-Jährigen gut drauf oder machen sich bei ihnen eher düstere Zukunftssorgen breit? Die „Varkey Fondation“ hat für ihre aktuelle Studie gut 20.000 junge Menschen in 20 Ländern befragt. Das Ergebnis, das die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in London mitteilt, ist positiv: Demnach sind gut zwei Drittel der Jugendlichen glücklich. Zumindest in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Russland, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Israel, Türkei, China, Südkorea, Indien, Indonesien, Japan, Brasilien, Argentinien, Nigeria und Südafrika.

Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Ländern teils eklatante Unterschiede: Während junge Menschen in Schwellenländern wie Indonesien mit 90 Prozent, in Nigeria mit 78 Prozent oder in Indien mit 72 Prozent am glücklichsten sind, zeichnet sich in den untersuchten Industrienationen ein anderes Bild. Am unglücklichsten sind junge Menschen derzeit in Japan, wo sich mit 28 Prozent gerade einmal ein Viertel als glücklich bezeichnet und sich 17 Prozent gar total unglücklich fühlen. In Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland ist wenigstens die Hälfte glücklich.

Gute Beziehung zur Familie am zweitwichtigsten

Allerdings ist das Glück auch für junge Menschen ein zerbrechliches Gut, denn je älter die Befragten waren, umso weniger glücklich waren sie auch. Nur knapp die Hälfte der 19- bis 21-Jährigen bezeichnete sich als glücklich gegen gut zwei Drittel der 15- bis 16-Jährigen. Darüber hinaus ist das Glücklichsein auch noch vom Geschlecht abhängig: Etwas glücklicher fühlen sich die Jungs, von denen 62 Prozent auf Wolke Sieben schwebten. Für die gleichaltrigen Mädchen trifft dies nur auf 56 Prozent zu. Die Generation der zwischen 1995 und 2001 Geborenen bescheidet sich mit grundlegenden Dingen: Der Faktor, den die große Mehrheit zum Glücklichsein braucht, ist die Gesundheit: Gute Beziehungen zu Familie und Freunden folgen auf den Plätzen zwei und drei. Danach werden Faktoren wie Erfüllung in Studium oder in Beruf sowie Geld genannt. Glaube oder das Bekenntnis zu religiösem Glauben sind mit weniger als der Hälfte am wenigsten wichtig.

Hauptsächlich Angst vor Extremismus

Aber auch hier gibt es zwischen den Ländern und Kulturen einige grundlegende Unterschiede. Während das Bekenntnis zu religiösem Glauben in Indonesien, wo die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch ist, und im gleichmäßig muslimisch und christlich geprägten Nigeria eine große Rolle spielen, ist die Bedeutung des Glaubens für junge Leute in Japan oder Frankreich nur gering.

Für die Studie hat sich die Stiftung nicht nur für positive Dinge interessiert, sondern hat die Generation Z auch nach ihren Ängsten gefragt. Die größten Sorgen stellen für die jungen Leute Extremismus und globaler Terrorismus sowie Konflikte und Krieg dar, die zu 83 und 81 Prozent genannt wurden. An dritter Stelle rangiert für mehr als zwei Drittel der Befragten ein nach wie vor mangelnder Zugang zu Bildung für zahlreiche Kinder in der Welt. Denn für 80 Prozent der Generation Z stellt Bildung eine Quelle der Hoffnung dar.

Die Unterschiede zwischen Arm und Reich, Klimawandel und das Risiko einer globalen Pandemie beängstigen die jungen Leute zwar ebenfalls, aber weniger als Extremismus, Terrorismus, Krieg und verwehrter Bildungszugang. Den Technologiewandel hingegen sieht die neue Generation nicht sehr kritisch, nur ein Drittel hat davor Angst.


Mehr Informationen zur Studie unter tinyurl.com/hny53ge