FULDA/LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Lëtz Grill Junkies“ als saarländische Meister bei der deutschen Meisterschaft in Fulda

Schon bevor sie den Grill anheizen konnten, waren sie bereits bekannt wie „bunte Grillmeister“: „Das Team, das unser schönes Saarland an diesem Wochenende bei der deutschen Grillmeisterschaft in Fulda vertreten wird, kommt nicht etwa aus Völklingen, Neunkirchen oder Saarbrücken. ,Lët’z Grill‘ stammt aus Luxemburg...“ titelte eine große deutsche Boulevardzeitung. Gemeint war das „Lët’z Grill“-Team, hatte es doch zum zweiten Mal die südwestdeutsche Grillmeisterschaft in Bexbach gewonnen und konnte das Saarland so bei den deutschen Meisterschaften vertreten. „Es ist schon komisch, wenn dich jeder kennt. Das kann ein Vorteil oder auch ein Nachteil sein“, erzählt Ben Péporté, Mitglied der Meistermannschaft. „Die Stimmung war genial, es war ein tolles Wochenende“, kommentiert Péporté die Meisterschaft, „wobei das Resultat leider nicht ganz so super war.“

Sechs Gänge vom Grill

In Fulda mussten die Amateur-Teams vier Gänge vom Grill der Jury anbieten: Fisch, Rindfleisch, Spareribs und ein Dessert. Den Profis wurde bei ihren sechs Gängen darüber hinaus eine vegetarische Komponente abverlangt und ein Improvisations-Gang aus einem Warenkorb unbekannten Inhalts, wobei zu betonen ist, dass „die Profis“ nicht zwangsläufig Berufsköche sein müssen.

Doch was war bei den luxemburgischen Saarlandmeistern geschehen? „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war wirklich gut“, sagt Péporté. „Man muss ja betonen, dass wir als ‚Lëtz Grill Junkies‘ an den Start gegangen sind, wir wurden ja verstärkt“, erzählt Péporté, der sich der Meisterschaft mit Alain Heynen, Christopher Sirres, Miguel Alves, Nicola Schomer, Frank Baden und Jérôme Schiltz stellte.

Doch rundgelaufen ist es bei den „Lëtz Grill Junkies“ nicht ganz so wie erhofft. „Bei der Entenbrust wurden wir leider disqualifiziert, da wir eine falsche Zutat präsentierten“, so ein etwas geknickt wirkender Péporté. Die Spareribs hingegen seien sehr gut gewesen. „Doch wir haben auch gemerkt, dass kleinste Fehler sofort bestraft werden“, sagt Péporté - was die Mannschaft bei ihrem „Bürgermeisterstück“ leidvoll erfahren musste. „Warum unser vegetarisches Gericht und unser Dessert so wenig Punkte bekamen, weiß ich bis jetzt nicht“, sagt Péporté, sei das Dessert doch eins der besten gewesen, was das Team bisher gezaubert hatte. „Gut, an einer gewissen Arbeitsharmonie hat es noch gemangelt“, resümiert Péporté, „doch es ist eine super Gruppe.“ Für die „Lëtz Grill Junkies“ steht 2017 ganz im Zeichen der Titelverteidigung in Bexbach. Doch auch an anderen Meisterschaften wie in Frankreich will das Team teilnehmen. „Daher wollen wir den Winter über einige Trainingseinheiten absolvieren, damit das Zusammenspiel verbessert wird“, sagt Péporté.

Den Geschmack der Juroren am besten traf übrigens Michael Hoffmann aus Rösrath in Nordrhein-Westfalen mit seinem „Grillteam Gut Glut“. Er wurde zum neuen Grillkönig in der Profiklasse gekürt, für ihn bereits der vierte Meistertitel. Bei seinen sechs Gängen überzeugte der neue Champion unter anderem mit Spareribs und einem Bohnen-Blaubeeren-Wrap. Die Entenbrust servierte er mit einer Traubensauce und gegrillten Spargelpäckchen.