DETROIT/CHICAGO
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R’n’B-Sänger Andre Williams gestorben

Der R’n’B-Sänger, Produzent und Songwriter Andre Williams ist tot. Er starb am Sonntag im Kreise seiner Familie im Alter von 82 Jahren in einem Hospiz in Chicago. Williams Manager und musikalischer Leiter Kenn Goodman sagte, bei Williams sei kürzlich Darmkrebs festgestellt worden, der in Lunge und Gehirn gestreut habe.

Frühe Hits

Williams war Produzent, Songwriter und Talentscout, der früh mit Stevie Wonder zusammenarbeitete. Als junger Mann zog Williams von Alabama nach Detroit, wo er bei Fortune Records und später bei Motown Records einen Vertrag unterschrieb. Zu seinen frühesten Hits gehören „Bacon Fat“, „Jail Bait“ und „Shake A Tail Feather“, das Ray Charles in „The Blues Brothers“ sang. Bei „Bacon Fat“ verwendete er eine Sprechgesangs-Technik, die ihm den Spitznamen „Godfather of Rap“ einbrachte. Williams produzierte auch die Aufnahmen von „Mustang Sally“ seines Komponisten „Sir“ Mack Rice.

Laut Goodman habe Williams immer mal wieder mit Motown Records zusammen gearbeitet, je nachdem wie er und Firmengründer Berry Gordy Jr. sich gerade verstanden.

„Massive“ musikalische Bandbreite

William, der selbst in Fast-Food-Restaurants seine Neigung zu dreiteiligen Anzügen zur Schau trug, habe eine „massive“ musikalische Bandbreite gehabt, sagte Goodman. Sie reichte von Soul über Punk, Rap, Garage Rock bis zu Country. Er hat über Jahrzehnte hinweg mit Williams Musik gemacht. „Es gab nichts, was er nicht angehen und zu 100 Prozent machen würde - unermüdlich im Studio, unermüdlich auf Tour, unermüdlich auf der Bühne“, sagte Goodman. „Er hat unser Leben berührt und das zahlloser anderer. Wir lieben Dich, Dre.“

Williams habe seine Dämonen gehabt, sagte Goodman, und beschrieb ihn als einen langjährigen Alkoholiker, der am Schluss trocken wurde. Ab 2013 konnte Williams nach einer Reihe von Schlaganfällen nicht mehr touren. Man konnte aber in seiner Wahlheimat Chicago als Gast auf der Bühne immer noch auf ihn zählen, wie Goodman erzählte. „Er wusste wie er jede Nacht auf der Bühne stehen konnte, egal in welcher Verfassung er war. Er war magisch.“

Laut Goodman solle es einen Dokumentarfilm über Williams späte Jahre geben. Auch ein Konzert in seinem Andenken sei geplant, kommenden Monat in Chicago.