LUXEMBURG
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Mit „Divinity: Original Sin II“ hat Larian ein rundum gelungenes Rollenspiel gezaubert

Es ist eine Erfolgsstory: Ein Kickstarter-Projekt für einen Nachfolger des 2014 erschienenen Rollenspiels „Divinity: Original Sin II“ nimmt statt der angesetzten 500.000 US Dollar mehr als das Vierfache der Summe ein. Das vom belgischen Entwicklerstudio Larian entwickelte „Divinity: Original Sin II“ entpuppt sich dann auch noch als ein von Kritikern wie Spielern gelobtes Meisterwerk, das neben einer fesselnden Geschichte und einer ausgetüftelten Spielemechanik auch noch mit einem Koop- und einem Spielleiter-Modus aufwartet.

„Divinity: Original Sin II“ gewinnt dabei zunächst keinen Innovationspreis. Der Göttliche ist tot und allerlei Dämonen suchen die Bewohner von Rivellon heim. Die Magister des Göttlichen Ordens geben der Quellenmagie die Schuld dafür und verfrachten alle Quellenmagier auf eine Gefängnisinsel. Unabhängig von der Rasse, für die wir uns entscheiden, spielen wir einen dieser Quellenmagier, der in der Freudenfeste „geheilt“ werden soll. Natürlich lassen wir uns nicht so einfach herumschubsen und versuchen folgerichtig, zu fliehen. So beginnt das Abenteuer.

Bis zu drei Begleiter

Aus der isometrischen Perspektive erkunden wir die detailreichen Orte und fällen erste Entscheidungen, die unseren weiteren Pfad bestimmen. Wir treffen auch auf sechs Charaktere, von denen sich bis zu drei uns anschließen können - aber nicht müssen. Diese Begleiter haben jeweils ihre eigene Geschichte und beeinflussen den Spielverlauf.

Kommt es zu bewaffneten Konfrontationen, wechselt „Divinity“ in den Rundenmodus. Jetzt heißt es, mit einer begrenzten Anzahl an Aktionspunkten die richtigen Zauber oder Angriffe einzusetzen. Allgegenwärtig sind dabei die elementaren Effekte, die immer mal wieder das gesamte Spielfeld in ein Flammenmeer oder eine giftige Suppe verwandeln. Diese zu seinen Gunsten einzusetzen ist oft spielentscheidend. Beschwörer versuchen indes, sich die Gegner möglichst weit vom Fell zu halten, Bogenschützen nutzen den Höhenvorteil und Nahkampfexperten werfen sich mitten ins Getümmel. Eine Vielzahl an Zaubern vertieft die taktischen Möglichkeiten zusätzlich, fordern den Spieler allerdings auch ein jedes Mal heraus, schließlich schöpfen unsere Gegenüber aus dem gleichen magischen Repertoire.

Rollenspieltypisch gibt es abseits der Hauptgeschichte, über die wir an dieser Stelle nichts verraten wollen, in Rivellon jede Menge zu tun. Diese Nebenquests warten häufig mit unerwarteten Wendungen oder Entscheidungen auf und bringen natürlich Erfahrungspunkte und bessere Ausrüstung. Allerdings ist nicht bei allen Quests immer klar, wie es weiter geht oder man läuft in Gegner, die einfach eine Nummer zu stark sind. Die Schnellspeicher- und Ladefunktionen sind jedenfalls ständige Begleiter in Larians Rollenspiel. Kleinere Bugs trüben den Spielspaß nicht.


Erhältlich ab etwa 45 Euro