BERLIN
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Beste Schauspieler kommen aus Österreich und Südkorea - Kaurismäki als bester Regisseur

Preis-Gala bei der 67. Berlinale - und erstmals nach 42 Jahren geht der Goldene Bär wieder nach Ungarn. Ildikó Enyedis Liebesfilm „Körper und Seele“ gewann am Samstagabend den Hauptpreis der Berliner Filmfestspiele. Das gab die internationale Jury unter Vorsitz des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven („Elle“, „Basic Instinct“) bekannt.

Die Schauspieler-Bären gingen bei der Gala im Berlinale-Palast an den Österreicher Georg Friedrich und die Südkoreanerin Kim Min-hee. Der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki erhielt für sein als Bären-Favorit gehandeltes Flüchtlingsdrama „Die andere Seite der Hoffnung“ den Preis für die beste Regie. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick solidarisierte sich bei der Gala mit dem in der Türkei in Polizeigewahrsam genommenen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel. Er hoffe, dass Yücel bald wieder freigelassen werde, sagte Kosslick und reckte kämpferisch die Faust in die Luft.

Der Bären-Gewinner „Körper und Seele“ der 61-jährigen Enyedi erzählt von zwei schüchternen Mitarbeitern eines Schlachthofes in Budapest, die sich zaghaft ineinander verlieben - ein Film voller Poesie, Tragik und Komik. Eine Frau hatte zuletzt 2009 den Goldenen Bären gewonnen. Friedrich nahm für seine Rolle in „Helle Nächte“ den Silbernen Bären als bester Darsteller entgegen. Er spielt in dem Roadmovie des Regisseurs Thomas Arslan einen Vater, der sich seinem Teenager-Sohn nach langer Trennung wieder annähern will. Volker Schlöndorff („Rückkehr nach Montauk“) und Andres Veiel („Beuys“) gingen leer aus.

Den Silbernen Bär für die beste Schauspielerin bekam die Südkoreanerin Kim Min-hee. Sie spielt in „On the Beach at Night Alone“ von Hong Sang-soo eine junge Frau auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Liebe. Den Großen Preis der Jury holte der Franzose Alain Gomis mit seiner Emanzipationsgeschichte „Félicité“.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick solidarisierte sich bei der Gala mit dem in der Türkei in Polizeigewahrsam genommenen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel. Er hoffe, dass Yücel bald wieder freigelassen werde, sagte Kosslick und reckte kämpferisch die Faust in die Luft. Im Berlinale-Wettbewerb konkurrierten dieses Mal 18 Filme aus aller Welt.dpa