LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Gold“ basiert auf wahren Begebenheiten

Stephen Gaghan gewann 2001 den Oscar für das beste Drehbuch zu „Traffic“ von Steven Soderbergh. Als Regisseur drehte er „Abandon“ (2002), „Syriana“ (2005) und nun „Gold“. Das Drehbuch von Patrick Massett und John Zinman basiert zum Teil auf dem Bre-X-Skandal oder Busang-Schwindel von 1997, einer der größten Bergbau- und Börsenskandale in der kanadischen Geschichte.

Hoffnung in Indonesien

Kenny Wells (Matthew McConaughey) leitet nach dem Tod seines Vaters (Craig T. Nelson) die Bergbaufirma Washoe, die seit Generationen im Familienbesitz ist. Leider hat Wells keine glückliche Hand bei seinen Bohrungen nach Mineralien und Rohstoffen und bald ist die Firma bankrott. Er hat eines Nachts einen Traum, der ihn nicht mehr loslässt. Er verpfändet die Uhr seiner Freundin Kay (Bryce Dallas Howard), die er ihr erst vor kurzem geschenkt hat.

Mit dem Geld fliegt er nach Indonesien, wo er den Geologen Michael Acosta (Édgar Ramírez) aufsucht. Er hofft mit ihm eine Goldader zu finden. Acosta hat Bedenken, doch er glaubt wie Wells daran, endlich Gold zu finden. Wells gelingt es, einen Teil des nötigen Geldes aufzutreiben, und die Bohrungen im Dschungel können beginnen.

Grandiose Darstellung von Matthew McConaughey

Das Glück ist ihnen jedoch nicht hold. Das Geld geht aus, die Arbeiter verlassen das Bohrgelände und Wells erkrankt an Malaria. Als er wieder genesen ist, dreht das Glück auf ihre Seite und endlich werden Spuren von Gold gefunden. Schnell spricht sich ihr Fund herum und lockt neue und alte Investoren an.

Der Film lebt in allererster Linie von der grandiosen Darstellung von Matthew McConaughey, der für die Rolle etliche Kilo zunahm, ein falsches Gebiss trägt und fast omnipräsent ist.

Man nimmt ihm seine Einstellung zum Bergbau ab, die aus viel Hoffnung und zu viel Ehrlichkeit gepaart ist. Er lässt nie locker, und selbst als er ruiniert ist, fallen ihm immer wieder neue Ideen ein. Seine Liebe zu Kay ist ehrlich, genau wie seine Freundschaft zu Acosta. Doch sind nicht alle Menschen wie er. So muss er Rückschläge einstecken und wird ebenfalls etliche Male übers Ohr gehauen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Wells erzählt und zum Schluss gar in Rückblenden. Das visuelle Element ist kaum existent, denn die meiste Zeit wird geredet. Somit wird dem Zuschauer viel Konzentration abverlangt, zumal in
den Szenen über den Börsengang und dem steigenden Interesse von neuen Geldgebern, Situationen, die man als Finanz- und Börsen-Laie nicht unbedingt verstehen wird. Damit ist die Satire „Gold“ nicht unbedingt ein Film für das breite Publikum.