PASCAL STEINWACHS

Das war’s dann auch schon wieder mit dem Europagedöns. Die Wahlen sind geschlagen, und alle erklären sich zum Sieger. Alle, mit Ausnahme der Roten, der Blauen und der Grünen, denn diese müssen sich seit Sonntagabend je nach Couleur mit einer leichten bis desaströs-katastrophalen Wahlniederlage ausein-andersetzen. Besonders pearlharborig stellt sich die Lage indes für die Sozengenossen dar, deren Spitzenkandidatin Mady Delvaux-Stehres anscheinend doch nicht die Richtige ist, wie gestern auch der erzbistumszeitungsliche Chefredakteur messerscharf analysierte: „Ohne richtiges europapolitisches Profil, nach zwei Mandaten als Erziehungsministerin verbrannt und zu nahe am „hast du einen Opa, schick ihn nach Europa“-Klischee, war sie sicher nicht das perfekte Zugpferd“. So kann man es auch ausdrücken.

Mächtig den Gossenjungen raushängen ließ derweil die CSV, die direkt Sonntagnacht, noch ehe das Wahlresultat überhaupt offiziell mitgeteilt wurde, ihre Mini-Mes von der CSJ vorschickte, um die politische Legitimität der Regierung anzweifeln zu lassen. Der Umgangston in der Luxemburger Politik dürfte in den nächsten Wochen und Monaten jedenfalls nicht unbedingt ein freundlicherer werden...