CLAUDE KARGER

Der BBC-Geschichtskanal ist hin und weg. „Luxembourg: rural beauty and Gothic grandeur“, entzückte sich das Medium am Wochenende und schwärmt von der schönen Kapitale und den grünen Waldhängen. Der „microstate“ berge eben allerlei touristische Schmankerl. Die politische Landschaft ist derweil auch originell, da dreifarbig, was immer noch die Ausnahme ist. Wann das Großherzogtum von einer Frau regiert wird fragte sich dieser Tage indes „L’Essentiel“ angesichts immer mehr weiblich besetzter Spitzenpositionen. „Seit Gaspard Théodore Ignace de la Fontaine, der am 1. August 1848 der erste Regierungspräsident Luxemburgs wurde, bis zum heutigen Premierminister Xavier Bettel haben sich insgesamt 24 Männer an der Spitze des Landes gehalten. Und keine einzige Dame“, entrüstet sich das Blatt unter Fotos von Belgiens erster Premierministerin Sophie Wilmès, der CSV-Fraktionsbossin Martine Hansen – „hoffe, dass es nicht noch 20 Jahre dauern wird, bis eine Frau diesen Posten bekommt“ – und „Chamber“-Neuzugang Chantal Gary – Regierungschefin? „Das hängt von vielen Faktoren ab“. In der Tat, aber es steigen demnächst ja mal ein paar Herren von der Politbühne, wie der künftige Staatsrat Alex Bodry, der sich im „T“ in punkto Verfassungsreform freute: „mittlerweile hat sich die CSV bewegt“. Dann darf 2020 ja zum Verfassungsjahr werden, nicht?