PASCAL STEINWACHS

Heimtückisch wie es ist, illustrierte das „Tageblatt“ seinen gestrigen Artikel über das Graffitigate der hauptstädtischen CSV, in dem es sich gar doll über das Möchtegern-Image („jung, urban und ein bisschen verrückt“) von Spitzenkandidat Wilmes verlustiert, mit einem Foto einer CSV-Pressekonferenz, auf dem ein Ex-Pfarrer (remember „Pimp my church“?) beim Rumschäkern mit zwei Mitkandidatinnen zu sehen ist (die sich beide kaputt lachen), derweil eine andere Kandidatin (diejenige, die das Graffiti-Wahlplakat hält) eine Grimasse schneidet, als hätte sie die „geckeg Kou“-Krankheit, aber in Wirklichkeit ist das Graffitigate natürlich ein gefickt eingeschädeltes Wahlstrategiedings, wird so doch wenigstens über die CSV geredet.

Nicht ganz so überzeugt ist man indes in der Erzbistumszeitung, wo sich der „Art Director“ (ja, den gibt‘s) mehr „Menschen mit Kanten“ wünscht. Sehe man sich nämlich die Wahlkampfbilder an, so gewinne man den Eindruck, „dass die Kandidaten aller Parteien durch die gleiche Retuschesoftware geschickt worden sein müssten“, wobei die Wahlplakate aber in den nächsten Tagen und Wochen bis zum 8. Oktober mit Sicherheit noch so einige Kanten - und angemalte Schnauzbärte - dazugewinnen werden...