LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Hotel im Mittelpunkt eines Streits zwischen Besitzer und Hauptmieter

Das „Grand Hôtel Alfa“ am Place de la Gare, das über eine der schönsten „Art déco“-Fassaden in der Hauptstadt verfügt, prägt sich ein: Verlässt man den Bahnhof ist es das erste Gebäude, auf das der Blick fällt. Um das Hotel geht es auch in einem erbitterten Streit zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und dem Mieter. Ein Streit, der nun in der Schließung des Hotels durch den Gerichtsvollzieher gipfelte.

Zusammen mit der Polizei kam der Gerichtsvollzieher am Mittwochnachmittag und erklärte, die Gäste müssten das Hotel verlassen. Dem Vernehmen nach soll der Streit bereits seit zwei Jahren schwelen.

Kein Bankrott

Wie Romain Daubenfeld von der Gewerkschaft OGBL sagt, sei das Hotel keinesfalls aufgrund einer Pleite geschlossen worden. Eher das Gegenteil dürfte zutreffen: Das Hotel laufe gut, ja sehr gut. Als Ursache wird vielmehr ein Streit zwischen dem Eigentümer und dem Mieter angeführt. Von der Schließung betroffen sind 70 bis 80 Mitarbeiter des Hotels.

Laut Gewerkschaftsinformationen gehört das Gebäude einer ausländischen Gruppe. Hauptmieter ist das Unternehmen von Rolphe Reding, die Accor-Gruppe ist Untermieter.

Die Accor-Gruppe hat das 141 Zimmer zählende Hotel inzwischen aus dem Angebot genommen. Auch kann es nicht mehr gebucht werden: „Cet hôtel n’est plus disponible“ - „Dieses Hotel ist leider nicht mehr verfügbar“, heißt es. Auch die Facebookseite des Hotels kann nicht mehr abgerufen werden.

Eine Katastrophe für das Personal und das Bahnhofsviertel

Die Hotelschließung wertet Daubenfeld als „eine Katastrophe für das Personal, aber auch für das Garer Viertel“, das fortan über kein renommiertes Hotel mehr verfüge. In dem Hotel, das seit 1932 besteht, müssten etliche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Am Freitag will sich der OGBL zu Gesprächen mit der Accor-Leitung treffen.. „Dann werden wir weitersehen“, sagte der Gewerkschaftsvertreter.