LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die neue Generation des Ford „EcoSport“ macht auch als Fronttriebler Spaß - Allrad folgt

Verdammt! Trotz 40 Jahren Fahrpraxis und Erfahrungen mit hunderten verschiedenen Autotypen, zunächst als studentischer Aushilfsfahrer bei einer Autovermietung, als Teilzeit Autotester fürs „Journal“ und als privater Altblech-Freak - ich kriege diese blöde Heckklappe nicht auf! An keiner der üblichen Stellen findet sich ein Knopf zum Drücken, eine Fernentriegelung irgendwo im Inneren des Wagens ist mir auch nicht aufgefallen. Wo zum Henker ist der Öffnungsmechanismus für diese Heckklappe? Es dauert ewig bis mir dann eine Vertiefung in der rechten Rückleuchteneinheit (!) auffällt. Ich greife hinein, finde einen Drücker und was passiert? Die vermeintliche Heckklappe schwenkt als Hecktür nach links. Bei einem Land Rover wäre ich schneller drauf gekommen…

Die Hecktür ist eine Reminiszenz an die Fahrzeugklasse, denn schließlich ist unser Testwagen, ein „Ford EcoSport“ der neuesten Generation, ein Mini-SUV, ein Sports Utility Vehicle. Also ein weichgespülter Geländewagen für den innerstädtischen Einsatz. Apropos Gelände, noch fehlt dem kleinen SUV von Ford zurzeit etwas ganz Entscheidendes - der Allradantrieb. Der wird aber noch im Laufe des Jahres kommen, versicherten die Fordianer. Der „EcoSport“ bringt aber das mit, was die Beliebtheit der SUV in allen Größen vor allem ausmacht - die höhere Sitzposition.

Zwei Benziner und ein Diesel

Außen „Ecosport“, innen Fiesta. Um es mal vorwegzunehmen: So gut der neue Fiesta gefällt, der hochbeinige Halbbruder namens „EcoSport“ gefällt - mir - besser. Obwohl kompakt, vermittelt er den Eindruck eines größeren Wagens. Trotz der Klassifizierung als Mini-SUV bietet der „Ford EcoSport“ vollwertigen Platz für Passagiere. Eine positive Überraschung sind immer wieder die winzigen EcoBoost-Benzin-Motoren, die aus nur einem Literchen Hubraum 125 oder sogar 140 PS holen. Daneben gibt es noch einen 1,5 Liter TDCI (Diesel) mit 100 PS. Bei allen sind manuelle Sechsganggetriebe serienmäßig, den 125-PS-Benziner gibt es auch mit Automatik.

Von Indien nach Rumänien

Der „EcoSport“ wurde von Ford als Weltauto konzipiert, soll heißen als ein Fahrzeug für viele Märkte auf verschiedenen Kontinenten. Folgerichtig erfolgte die Produktion der ersten „EcoSport“-Generation in Indien. Allerdings hat sich die clevere Kiste seit 2014 mit 166.000 Stück so gut in Europa verkauft, dass die neue Generation in einem Ford-Werk in Rumänien gebaut wird.

Der Konzern rundete mit diesem Auto sein europäisches SUV-Programm aus Kuga und Edge mit einer dritten Linie nach unten ab. Laut Ford-Pressemitteilung soll noch ein Crossover namens Fiesta Active (analog zum Cross Polo der Wolfsburger Konkurrenz) folgen und eine winzige Lücke zwischen dem „normalen“ Fiesta und dem „EcoSport“ füllen. Überflüssig! Der „EcoSport“ ist der bessere Fiesta.