LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Hochschulstudenten dürfen bis 30 Jahre gratis fahren - ACEL und LCGB erfreut

Ab dem 1. August können alle jungen Leute bis 20 Jahre gratis den öffentlichen Transport nutzen - ein gültiger Personalausweis reicht dann. Studenten, die gratis Bus und Bahn fahren wollen, können sich an den Bahnhöfen in Luxemburg-Stadt und Esch/Alzette eine so genannte „personalisierte mKaart“ beschaffen. Dafür müssen sie einen Personalausweis und die Immatrikulationsbescheinigung einer Hochschule vorlegen. Das gilt für alle Studenten bis zum Alter von 30 Jahren, ob sie im In- oder Ausland studieren. Die Karte ist dann jeweils ein Jahr gültig. „Es werden auch alle Studenten der Uni Luxemburg, der Lunex in Differdingen und der BBI in Wiltz davon profitieren“, sagte Hansen.

Jumbo-Karte definitiv abgeschafft

Diese Neuerungen stellten Transportminister François Bausch (déi gréng) und Hochschulminister Marc Hansen (DP) gestern vor, nachdem sie sich ein weiteres Mal mit den Vertretern der Studentenvereinigung ACEL und der LCGB-Jugend getroffen hatten. Die Jumbo-Karte, auf die Studenten bis 25 Jahre bislang zurückgreifen konnten wird demnach definitiv abgeschafft. Die Kosten, die durch die entgangenen Einnahmen entstehen, werden für 2017 bei 160.000 Euro liegen und ab 2018 dann bei 500.000 Euro pro Jahr.

Mit dieser Initiative geht Bausch allerdings noch einen Schritt weiter als gefordert, denn er lässt auch junge Leute bis 20 in den Genuss des Gratistransports kommen, die nicht mehr Schüler sind: Sie durften bislang keine Jumbo-Karte für 75 Euro im Jahr erstehen, sondern mussten den vollen Tarif zahlen. „400 Euro im Jahr ist viel. Wir wollen damit jungen Leuten helfen, die noch kein oder nur ein geringes Einkommen haben“, sagte Bausch gestern. An diese Gruppe habe keiner gedacht.

Die ganze Geschichte nahm ihren Lauf, als im vergangenen Juni beschlossen wurde, dass ab dem 1. Oktober alle Schüler bis 18 den Bus- und Bahnverkehr innerhalb Luxemburgs gratis nutzen dürfen. „Wir haben es verwaltungstechnisch nicht mehr hinbekommen, nur den Schulweg gratis zu machen. Die Schüler besuchen heute nicht mehr nur einen Schulort“, erklärte Bausch. Darüber zeigten sich die Studenten, die gerade erst mit Hochschulminister Marc Hansen die Reform der Studienbeihilfen verhandelt hatten, nicht erfreut. Die ACEL forderte Nachbesserung, da auch Studenten kein eigenes Einkommen hätten und die LCGB-Jugendorganisation initiierte im Oktober sogar eine Petition im Parlament, die es auf 7.000 Unterschriften brachte.

Beide Organisationen zeigten sich gestern zufrieden. Für die ACEL bedankte sich Vize-Präsident Laurent Heyder „dafür, dass wir Gehör fanden“. Nun würden sowohl Studenten finanziell entlastet als auch die Anstrengungen der Regierung zur Verkehrsberuhigung unterstützt, hieß es von Seiten des LCGB-LCGJ, der sich freute, weil die Lösung „weit über ihre Forderungen und die der ACEL hinaus geht“.