LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Tel Aviv on Fire“ von Sameh Zoabi spielt in Israel und Palästina

Durch das Programm „Cineworld“ des Luxemburger Film Fund, können jetzt Koproduktionen mit nicht-europäischen Ländern unter verschiedenen Bedingungen eingegangen werden. Samsa Film konnte von einer Finanzierung des luxemburgischen Filmfonds profitieren und „Tel Aviv on Fire“ von Sameh Zoabi zusammen mit belgischen, französischen und israelischen Produzenten finanzieren.

Vor dem Hintergrund des Sechstagekriegs

Salam (Kais Nashif) ist ein Palästinenser, der in Israel lebt, aber in Ramallah im Westjordanland arbeitet. Er ist für die hebräischen Dialoge der Fernsehserie „Tel Aviv on Fire“ zuständig. Die Geschichte der Seifenoper spielt 1967, kurz vor dem Sechstagekrieg. Die arabische Spionin Tala (Lubna Azabal), die unter dem Pseudonym Rachel arbeitet, soll dem israelischen Offizier Yehuda (Yousef Sweid) geheime Informationen entlocken. Die Serie ist sowohl bei den Israelis als auch bei den Palästinensern sehr beliebt.

Als Salam am Grenzübergang eine Soldatin fragt, ob der Ausdruck „Bombe“ in Bezug auf das Aussehen einer Frau berechtigt ist oder nicht, wird er dem israelischen Offizier Assi (Yaniv Biton) vorgeführt. Dieser entdeckt das Skript zur nächsten Folge der Serie. Assi selbst ist kein Fan der Serie, seine Frau aber, der er nun imponieren kann, indem er sich in die Geschichte einmischt, denn er findet den Werdegang dieser Folge nicht gut und schlägt Änderungen vor. Salams Ansehen bei seinem Onkel Atef (Salim Dau), der die Serie produziert, steigt mit den Verbesserungen. Schließlich darf er die nächsten Folgen selbst schreiben. Der nicht sonderlich erfinderische Salam holt sich nun täglich Ratschläge bei Assi, wie auch bei seiner Ex-Freundin Mariam (Maisa Abd Elhadi).

Seifenoper und Realität

Der Anfang des Films ist recht lustig, so etwa die Diskussionen mit Assi oder die Meinungen aller möglichen Leute zur Serie. Die Geschichte spielt zwischen den Dreharbeiten zur Serie und der Realität. Salam muss sich mit den Ansichten von Assi und den Forderungen vom Produzenten und Regisseur auseinandersetzen und jedem gerecht werden. Assi will, dass Salam den Schluss ändert: Rachel soll Yehuda heiraten. Atef begrüßt diese Idee, nur soll Rachel während der Hochzeitsfeier eine Bombe zünden. Assi wird dieses Ende sicher nicht mögen, genauso wenig die israelischen und palästinensischen Fans.

Der Regisseur arbeitet mit viel Symbolik, in der gute Hoffnungen stecken. Die Einschaltquoten der Serie beweisen, dass die Macher den Nerv der Zeit getroffen haben. Die Hochzeit symbolisiert die Vereinigung zwischen Israelis und Palästinensern, nach der sich alle Einwohner der krisengeplagten Region sehnen. Doch die Probleme des Films liegen im Detail, wie sicher auch in der Realität, die weit von einer „Hochzeit“ entfernt ist. Dass Assi Salams Pass solange einbehält, bis er seine Vorschläge umgesetzt hat, ist schon unüberlegt. Nun kann Salam nicht mehr einfach so zu Assi, denn er wird jedes Mal an der Grenze umgedreht, weil er keinen Pass vorzeigen kann. Leider verliert sich der anfängliche Humor in den versteckten politischen Visionen und Realität, die eher von Kennern der politischen Situation verstanden werden als von Zuschauern, die im Kino Unterhaltung suchen.

Der Film feierte seine luxemburgische Premiere beim neunten „Luxembourg City Film Festival“ und startet erst nächste Woche in unseren Kinos.