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Wargame: AirLand Battle lässt Strategieherzen höher schlagen

Ein kleines Entwicklerstudio produziert ein ambitioniertes Strategiespiel für einen kleinen Publisher und die Rechnung geht auf - bereits zum zweiten Mal, und das mit vollem Erfolg: „AirLand Battle“ sieht nicht nur besser aus als der Vorgänger, es hat auch noch viel, viel mehr zu bieten. Auf gigantischen Mehrspielerkarten werden taktisch anspruchsvolle Schlachten in einem fingierten Konflikt des kalten Krieges ausgetragen. Die Gefechte drehen sich um bestimmte Sektoren auf den Mehrspielerkarten, was dem Spiel eine gewisse Dynamik verleiht und es klar von anderen Strategietiteln mit Basisbau und Ressourcenmanagement abgrenzt. Für die gewisse Würze sorgt ein clever durchdachtes Nachschubsystem. Dem Spieler obliegt das ständige Management des Nachschubs, dessen Zufahrtswege auch von anderen Spielern sabotiert und unterbrochen werden können. Mehrere Spielmodi und Siegesbedingungen sorgen für genug Abwechslung.

Kampf auf mehreren Ebenen

Durch die Ausweitung des Konflikts auf den skandinavischen Raum fanden vier neue Nationen mitsamt ihrer Einheiten den Weg in das digitale Arsenal: Dänemark, Schweden und Norwegen sowie die NATO-Macht Kanada. Ebenfalls neu mit dabei sind Kampfflugzeuge, die das bisweilen eher statische Spielgefühl des Vorgängers über den Haufen werfen: Nun gilt es nicht mehr nur, die Tücken des Geländes zu seinem Vorteil auszunutzen, man muss ebenso darauf achten, dass der Gegenspieler nicht die Lufthoheit erringen kann. Glücklicherweise sind die Kampfjets sehr clever eingebunden: Bestimmte Einflugschneisen auf jeder Karte bestimmen den Eintrittspunkt der Flugzeuge, Kampfflugzeuge sind in der Regel äußerst schnell unterwegs, können aber ohne entsprechende Bodenaufklärung keine feindlichen Einheiten sehen und sind daher auf das perfekte Zusammenspiel aller Einheitentypen angewiesen.

Singleplayer eher mau, im Mehrspielermodus blendend

Da lässt es sich fast verkraften, dass die Einzelspielerkampagne bislang bestenfalls als „ausreichend“ bezeichnet werden kann: Kampagnenkarten die stark an die „Total War“-Serie erinnern und damit dem Spieler mehrere Optionen zum Vorgehen ermöglicht lassen leider den Charme der alternativen Geschichte und den damit verbundenen Erzählungen und Videoclips des Vorgängers vermissen.

Doch im Gegenzug macht der erweiterte Mehrspielermodus diese Schlappe mehr als wett: Bis zu zwanzig Spieler können sich gleichzeitig auf gewaltigen, mehrere Quadratkilometer umfassenden Karten miteinander messen. Die liebevoll detaillierte Grafik und die guten Soundeffekte lassen Stimmung aufkommen und ein offenes Ohr für die Community wird wie beim Vorgänger dafür sorgen, dass der Titel auf lange Sicht unterstützt, erweitert und verbessert werden wird. Eine klare Kaufempfehlung für jeden Strategiefan.
Erhältlich für PC für 40 Euro.