LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

„Carte sanitaire 2012“ soll richtungsweisend für den Krankenhaussektor sein

Sie macht von außen etwas her und auch von ihrem Inhalt her soll die gestern vorgestellte „Carte sanitaire 2012“ die Weichen für das zukünftige Krankenhauswesen stellen. Der erste von insgesamt sechs Bänden der mittlerweile 5. Ausgabe liefert allgemeine Angaben über den luxemburgischen Krankenhaussektor mit Inventar und die Inanspruchnahme von 2002 bis 2009.

Wie für den Großteil des mitgelieferten statistischen Materials wurden die Jahre 2010, das Jahr des Ärztestreiks, und 2011, aufgrund der Streikauswirkungen ausgeklammert. Ein Update für das Jahr 2012 - die Daten lagen hier nicht rechtzeitig vor - soll im Frühjahr 2014 folgen, sagte Roger Consbruck vom Gesundheitsministerium.

Die anderen vier Hefte gehen etwas mehr ins Detail, zum Beispiel was die medizinisch-technischen Aktivitäten angeht. Eine Synthese fasst schließlich die wesentlichen Kennzahlen, Feststellungen und Verbesserungsvorschläge zusammen.

Sich stärker auf Daten stützen

Gesundheitsminister Di Bartolomeo bezeichnete die „Carte sanitaire“ als Meilenstein. Das Nachschlagewerk für das luxemburgische Krankenhauswesen mit Blick auf das Gesundheitswesen sei ein wesentliches Element der zukünftigen Krankenhausplanung. Die Schwächen, die es künftig in Angriff zu nehmen gelte, betreffen zum einen die Transparenz vor dem Hintergrund der Vorbereitungen zur Umsetzung der Patientenrechtdirektive oder eine verbesserte Dokumentation beziehungsweise medizinische Daten, mit denen man die Qualität des Krankenhauswesens stützen könne.

Gleichzeitig müsse man in Zukunft auch den konzeptuellen Rahmen des hiesigen Krankenhauswesens definieren und an der Steuerung sowie der „Governance“ des Systems arbeiten.

Konkrete Verbesserungsansätze sieht Di Bartolomeo etwa im ambulanten Bereich, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden müsse, im systematischen Rückgriff auf das Patientenfeedback sowie bei den stärker ergebnisorientiert zu betrachtenden Dienstleistungsaktivitäten. Der universelle Zugang zum Gesundheitswesen und das gute Angebot, Stärken des luxemburgischen Gesundheitswesens, müssten auch in Zukunft aufrechterhalten werden.

Der „Plan hospitalier“ habe als Instrument zurBeherrschung der Kosten nur eine bedingte Reichweite und müsse eben auf der Grundlage der „Carte sanitaire“ weiterentwickelt werden - etwa durch das Einbeziehen externer Akteure: „La seule classification des établissements n‘est pas de nature à répondre à ses aspirations si elle n‘est pas assortie d‘attributions claires de missions dans une chaîne de soins intégrant également l‘extrahospitalier en amont et en aval“. Das Reglement könnte bereits im Januar 2014 in Kraft treten.