LUXEMBURG
MM

Gramegna plädiert für „soft Brexit“, Schneider wirbt für Weltraumrohstoffe

Finanzminister Pierre Gramegna nimmt derzeit am „Asia Financial Forum“ in Hong Kong teil. Dort von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg interviewt, meinte er, neben Kryptowährungen und Fintech seien vor allem traditionelle Sparten wie Investmentfonds Hauptthema der Diskussion. Letztere bezeichnete Gramegna als Schlüssel für die von China anvisierte Neue-Seidenstraße-Initiative. Digitalwährungen sieht Gramegna, wie er weiter erklärte, keineswegs als Eintagsfliegen an, sondern als Mittel, welche neue Möglichkeiten böten und bis zu gewissen Graden reguliert werden müssten.

Zum Brexit angesprochen meinte Gramegna, momentan werde vieles überdramatisiert, was Einigungen zu einem möglichen „soften“ Brexit im Weg stünde. Klar sei auch, dass britische Unternehmen nach dem Brexit eine Niederlassung in der EU benötigten, um hier geschäftlich tätig zu sein. Lösungen seien aber sehr gut möglich, wobei er an die Schweiz erinnert, die kein EU-Mitglied ist, deren Banken aber durch Niederlassungen in der EU auch dort tätig sein können. „Aber es braucht Zeit, denn es ist eine komplexe Angelegenheit“, sagte der Finanzminister. Dass Luxemburg nun in gewissem Grad vom Brexit profitiere, treffe zu („und darüber bin ich glücklich“, so Gramegna), aber es gehe vor allem darum, Brücken zu bauen.

Steuer-Wettbewerb?

Was die Steuersenkung in den USA betrifft, müsse die EU nun prüfen, ob alles konform der Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) sei, und Europas Staaten müssten prüfen, ob ihre Unternehmenssteuersätze mit denen der Vereinigten Staaten wettbewerbsfähig seien.

Gramegna, der seit Sonntag bis zum 19. Januar in Asien ist, wird nach Hongkong auch Tokio besuchen.

Von Finanz- bis Weltraumkooperation

In Hongkong ist eine Rede auf der Plenarsitzung des renommierten Asian Financial Forum geplant, zudem stehen Treffen hochrangigen Vertretern der Politik an, um die „Verbindungen zwischen Luxemburg und Hongkong zu stärken“, wie das Finanzministerium mitteilte. Eines der Treffen ist mit seinem Hongkonger Amtskollegen Paul Chan Mo-po.

In Tokio, steht neben Gesprächen mit Vertretern der japanischen Finanzbranche ein Arbeitstreffen mit Taro Aso, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister Japans, auf dem Plan, das dem Staatsbesuch im November 2017 folgt.

Sowohl in Hongkong wie in Tokio veranstaltet der luxemburgische Investmentfondsverband Alfi Seminare im Rahmen seiner jährlichen Asien-Roadshow.

Auch Vize-Premier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider ist derzeit, noch bis heute, mit einer Delegation auf Arbeitsbesuch in China, allerdings in Peking, wo Schneider politische und wirtschaftliche Ansprechpartner traf, darunter den chinesischen Handelsminister Zhong Shan.

Ebenso stand ein Treffen mit der chinesischen Weltraumorganisation an, wobei ein Kooperationsabkommen zwischen Luxemburg und der Volksrepublik China im Bereich Wissenschaft und Raumfahrt unterzeichnet wurde, insbesondere im Bereich der Erforschung und Nutzung von Ressourcen im Weltraum. Dazu hatte Luxemburg unlängst die Initiative „SpaceResou8rces.lu“ gegründet.

Das Interview von Bloomberg mit Gramegna finden Sie hier: www.tinyurl.com/youtube-Gramegna