LUXEMBURG
VANESSA PETER/LJ

Mika Conter ist 17 und auf dem besten Weg, ein Lifestyle-Influencer zu werden

Gemütlich bei einem Kaffee plaudert Mika Conter im Interview über sich, seine Leidenschaft und seine Zukunftspläne. Mika ist 17 Jahre alt und geht in Mersch ins „Lycée Ermesinde“. Er hat seine finnischen Wurzeln durch seine Mutter, die durch und durch Finnin ist. Seinen Vater lernte sie damals hier in Luxemburg kennen, und so hat er auch die doppelte Nationalität. Sein Lieblingshobby ist Tanzen. Zweimal in der Woche hat der Teenager Training im Bereich Jazz und zeitgenössischer Tanz, eine Mischung demnach aus Klassisch und Modern. Außerdem liebt er alles, was kreativ ist, wie malen, und alles, was mit Mode zu tun hat. Neben seinem eigenen Instagram-Account hat er auch einen Youtube-Kanal, wo er Videos über Mode und seine Reisen veröffentlicht.

Instagram, Youtube: Wie hat das Ganze angefangen?

Mika Conter Es gibt nicht den einen wirklichen Moment, wo ich gesagt hätte, ich mache das jetzt. Es ist auch nicht so, als hätte mich jemand Bestimmtes inspiriert. Ich habe eigentlich von Anfang an gerne Fotos gemacht. Wenn man zum Beispiel auf meinem Instagram-Account weit nach unten scrollt, sieht man, dass ich schon immer Fotos gepostet habe, die ich mit meiner eigenen Kamera gemacht habe. Das war mir wichtig, also nicht irgendwie bloß mit dem Handy rumzuknipsen. Bereits zu meinem siebten Geburtstag habe ich mir eine Kamera gewünscht, und seitdem mache ich von allem, was mir irgendwie gefällt, Fotos. Das hat sich dann immer mehr entwickelt, ich habe mich mit der Zeit verbessert und schließlich eine neue Kamera bekommen. Diese Blogger-Influencer-Richtung habe ich vor ungefähr drei Jahren eingeschlagen. Seither bin ich noch aktiver auf Instagram und bin mehr in die professionelle Richtung gegangen.

Bloggst Du wegen der Follower oder aus Leidenschaft?

Mika Am Anfang habe ich noch nicht einmal darüber nachgedacht, was Follower überhaupt sind und wieso man sie haben muss. Ich habe einfach Fotos gemacht und auf mein Instagram-Account gestellt. Ich mache es extrem gerne. Ich könnte stundenlang Fotos machen, auch wenn ich wissen würde, dass die sie nicht viele Likes bekommen würden. Das Problem ist aber tatsächlich, dass es einen Konflikt zwischen der Anzahl an Followern und der Leidenschaft an sich gibt. Um Zusammenarbeiten zu erreichen und Anerkennung zu bekommen, wird oft auf die Anzahl an Followern und Likes geschaut. Obwohl ich es extrem gerne mache, denke ich manchmal, ich müsste noch ein Foto hochladen oder es müsste mehr los sein, um zu vermeiden, dass die Zahl der Follower sinkt.

Du reist gerne, woher kommt diese Leidenschaft?

Mika Die Leidenschaft fürs Reisen kommt hauptsächlich von meinem Großvater. Er ist Hobbypilot und hat mich, glaube ich, mit zwei Jahren das erste Mal mitgenommen. Ich bin extrem viel mit ihm geflogen. Hinzukommt, dass wir regelmäßig zur Familie nach Finnland gereist sind. Die Lust am Reisen und etwas von der Welt sehen zu wollen, wurde bei mir demnach sehr früh geweckt. In den Sommerferien war ich darüber hinaus stets auf Sprachreisen, das heißt im Ausland an Schulen, um Sprachen zu lernen. Dort habe ich Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und viele tolle Kontakte geknüpft.

Du arbeitest mit verschiedenen Unternehmen zusammen. Wie funktioniert das?

Mika Meine allererste Zusammenarbeit war mit einer amerikanischen Firma, die Kleider und Handyhüllen produzieren. Das erste Produkt, das ich beworben habe, war eine Handyhülle. Diese Firma hatte mich damals angeschrieben. Es gibt viele Blogger, die eine Marke anschreiben und eine Zusammenarbeit vorschlagen. Der andere Weg ist, dass man von den Leuten, die hinter einer Marke stehen, angeschrieben wird. In diesen Fällen ist es dann meistens so, dass diese Leute dein Profil gesehen haben und der Meinung waren, dass du perfekt für ihr Produkt wärst. Dann muss muss selbst entscheiden, ob man das will oder nicht, und abwägen, ob es einem etwas bringt oder nicht. Das ist ja längst nicht immer der Fall. Das Produkt sollte unbedingt zur eigenen Persönlichkeit passen, zum Beispiel würde ich nie einen Kinderwagen auf meiner Instagram-Seite vermarkten, denn das passt nicht.

An wen ist Dein Blog gerichtet?

Mika Am Anfang habe ich nie darüber nachgedacht, wer meine Follower sein könnten. Oft machen Blogger Fotos für eine bestimmte Zielgruppe, zum Beispiel nur Fotos von Essen. Wie ich schon gesagt habe, ging es mir anfangs nur darum, Bilder online zu stellen. Das hat sich seit der ersten Zusammenarbeit geändert. Mittlerweile würde ich sagen, dass mein Profil in Richtung Lifestyle geht. Es gibt Aspekte, die immer wiederkehren, wie Mode, Kaffee und Reisen, aber ich fokussiere mich nicht auf eine Richtung. Ich gehe davon aus, dass meine Follower hauptsächlich Jugendliche sind, aber auch andere luxemburgische und einige ausländische Blogger.

Erhältst Du Feedback von den Followern?

Mika Ohne Feedback könnte es meiner Meinung nach nicht so funktionieren. Das würde ja bedeuten, dass man das Ganze ohne Sinn oder Grund macht. Es hilft extrem, wenn jemand schreibt „Wow, tolles Foto“, oder wenn jemand mein Youtube-Video kommentiert. Das bringt Motivation, und es gibt dir das Gefühl, dass es etwas Gutes ist, und dass das, was du tust, Sinn macht.

Was sind Deine Zukunftspläne?

Mika Ein Hauptziel für dieses Jahr ist es, einen richtigen Blog zu starten. Denn Blogger nennen, kann man sich eigentlich erst, wenn man eine Internetseite hat, wo man zum Beispiel einmal in der Woche oder einmal im Monat einen Blog online setzt. Das ist etwas, was ich unbedingt machen möchte, denn das wird auch als professioneller angesehen. Daran erkennen die Marken-Vertreter auch, dass jemand dahinter steckt, der darin investiert. Ein Blog nimmt natürlich viel mehr Zeit in Anspruch als Instagram, doch das ist mein Hauptziel.

Mika Conter findet man auf Instagram und YouTube