LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Viel vorgenommen: Luxemburg und das siebte UN-Nachhaltigkeitsziel

Schalter drücken, Licht an: Was in Luxemburg normal ist, ist es für 840 Millionen Menschen weltweit nicht. Allen Menschen bis 2030 Zugang zu „bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen zu sichern“, ist Anspruch des siebten UN-Nachhaltigkeitsziel in unserer Serie über die „Sustainable Development Goals“ (SDG). Rund drei Milliarden Menschen sind von Holz, Kohle oder Tierkot abhängig, um zu kochen oder heizen. Der Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix soll indes „deutlich erhöht“ und die Energieffizienz binnen elf Jahren verdoppelt werden. Laut UN-Angaben machten Sonne-, Wind- oder Wasserkraft 2015 17,5 Prozent des globalen Endenergieverbrauchs aus.

Strom aus Erneuerbaren verdreifachen

Im Entwurf der luxemburgischen Umsetzungsstrategie der Nachhaltigkeitsagenda wird das siebte Entwicklungsziel in einer Vielzahl von Punkten gestreift, vor allem aber in drei Kapiteln behandelt. Der nationale Plan für eine nachhaltige Entwicklung findet zu diesem Thema eine überraschend klare Sprache. „Um die Zielsetzungen des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen, wird Luxemburg eine nachhaltigere Lebensweise annehmen müssen“, heißt es darin. Deshalb müsse es „sowohl seinen Energieverbrauch drastisch reduzieren wie auch den Anteil von erneuerbaren Energien deutlich erhöhen“.

Welche Ziele das sind, weiß man inzwischen: Laut Entwurf des nationalen integrierten Energie- und Klimaplans, der bis spätestens Ende des Jahres in finalisierter Form nach Brüssel geschickt werden muss, will die Regierung den CO²-Ausstoß des Landes bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 50 bis 55 Prozent reduzieren. Der Anteil der erneuerbaren Energie am Bruttoenergieendverbrauch, heute noch mit sieben bis acht Prozent einstellig, soll bis dahin auf 23 bis 25 Prozent steigen. Die Energieeffizienz soll auf bis zu 44 Prozent hochgeschraubt werden. Klimaschützer bemängeln indes, dass unklar bleibt, wie die Zielvorgaben erreicht werden sollen. Im Herbst dürfte man darüber mehr erfahren.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Gesamtendenergieverbrauch in Luxemburg nach einem Anstieg seit Ende der 1990er Jahre seit 2005/2006 wieder leicht zurückgeht. 2016 wird der Energieverbrauch mit rund 47.800 Gwh angegeben. Zehn Jahre zuvor waren es rund 52.000.

Das Entwurf des Nachhaltigkeitsplans verweist ferner auf die Plattform „Energiezukunft Luxemburg“, die damit beauftragt ist, „alle strategischen Aspekte der Energiewende (...) zu thematisieren“. Sie soll sich ebenfalls mit der Umsetzung der Maßnahmen in der Rifkin-Studie befassen, unter anderem im Bereich der smarten Energieinfrastruktur (Stichwort „Smart Grid“).

Um die Energieeffizienz zu steigern, soll der Gebäudebestand renoviert werden. Mehr als 60 Prozent des Gebäudebestands wurden laut Dokument vor 1990 gebaut. Mittels der 2017 vorgestellten nationalen Renovierungsstrategie soll die energetische Sanierung vorangetrieben werden. Erwähnt wird ebenfalls die Klimabank mit bislang überschaubarem Erfolg oder auch die bereits in Aussicht gestellte Überarbeitung des Klimapakts zur Version 2.0, über den die Regierung den Gemeinden finanzielle und technische Hilfe bereitstellt.