LUXEMBURG
CB

32 Sportarten unter Bedingungen ab Montag im Freien wieder möglich – Schwimmbäder bleiben geschlossen

Anders als im Ausland waren bestimmte sportliche Betätigungen in Luxemburg auch während der Ausgangssperre möglich. Ab diesem Montag „können wir einen sehr großen Schritt nach vorne machen“, sagte Sportminister Dan Kersch (LSAP) am Freitag, nachdem er sich am Morgen mit den Abgeordneten der parlamentarischen Kommission zu diesem Thema ausgetauscht hatte. Demnach sind, was den Breitensport angeht, „im Prinzip alle Sportarten im Freien erlaubt“ - wenn dabei bestimmte Bedingungen neben den ohnehin weiter geltenden Sicherheitsvorkehrungen wie „Social Distancing“ und Händewaschen – eingehalten werden: kein Körperkontakt, keine Wettkämpfe, keine Zuschauer. Schwimmbäder – auch offene – bleiben vorerst geschlossen. Gleiches gilt für alle Umkleidekabinen und Duschen von den Sportinfrastrukturen, die wieder öffnen. Kersch betonte, dass die Entscheidung, Sportinfrastrukturen (im Freien) wieder zu öffnen, in letzter Instanz bei den Gemeinden oder privaten Eigentümern liege. Sporthallen bleiben ebenfalls bis auf Weiteres zu.

Der organisierte Sport sei von den neuen Maßnahmen „im Prinzip nicht ausgeschlossen“, so der LSAP-Minister auf einer Pressekonferenz. Ende April wurden die Sportverbände- beziehungsweise -föderationen zu diesem Zweck angeschrieben. 27 von 53 hätten darauf hin „praktisch ein fertiges Konzept zurückgeschickt“, wie ihre Sportart unter angepassten Bedingungen stattfinden könne. Kersch betonte, dass es wichtig sei, die mit den Föderationen ausgearbeiteten Konzepte zu respektieren. Geschieht das nicht, dann führe kein Weg an einer Reglementierung vorbei, so Kersch. Insgesamt ginge es darum, den „Schaden für die Sportbewegung so klein wie möglich zu halten“.

Die Regierung weist allerdings darauf hin, dass die jetzt wieder erlaubten Sportarten – 32 an der Zahl – nicht alle ohne Probleme selbst im Freien ausgeübt werden können. Auf der Liste finden sich sehr unterschiedliche Sportarten: Skateboard, Tennis, Bogenschießen, Pétanque, Karting. Aber auch Team- und Kontaktsportarten wie Fußball und Rugby finden sich darauf wieder, die dann natürlich in nur äußerst eingeschränkter Form, wenn überhaupt möglich sind.

Fitnesszentren, die zu den Geschäften zählen, die noch nicht wieder Kunden empfangen dürfen, bleiben vorerst geschlossen. Diese Unternehmen hätten Anrecht auf die in der Krise geschaffenen Instrumente, sagte der auch für Arbeit und Beschäftigung zuständige Minister.

Sportunterricht: Ausnahmeregelung für „Sportlycée“

Ganz im Detail ging der Ressortminister auf die speziellen Vorsichtsmaßnahmen ein, unter denen 25, „allein“ vom COSL mit dem LIHPS und den Sportverbänden ausgewählte Athleten wieder seit dem 4. Mai in der „Coque“ trainieren können. So können die Spitzenathleten für Trainingsübungen die Maske abnehmen, müssen dann aber auf mindestens fünf Meter Abstand zu anderen Trainierenden bleiben. Im Sportlyzeum soll derweil, anders als in allen anderen Gymnasien, ab dem 18. Mai Sportunterricht in Form eines speziellen Programms möglich sein. Die Teilnahme an diesen Einheiten außerhalb der Unterrichtszeiten ist allerdings fakultativ. Für die 19 Sportarten und die 16 implizierten Sportverbände gelten eigene Konzepte. Eingeteilt sind die Aktivitäten in drei Kategorien je nach ihrer Risikoeinstufung.

Für Federball gilt ein geringes Risiko. Maximal vier Spieler pro Halle und zwei Spieler pro Spielfeld sind erlaubt. Zum Trainer müssen zwei Meter Abstand gewahrt werden, zu anderen Spielern fünf Meter. Für Volleyball – und übrigens auch Beach Volley – gilt eine hohe Risikoeinstufung, das Coronavirus zu übertragen. In dieser Sportart müssen die Athleten auf Ausdauer-, Kraft- oder Koordinierungstraining ausweichen. Volleyball spielen dürfen sie jedenfalls nicht.

Dass viele Menschen auch während der Pandemie sportlich aktiv waren und auch mit großem Interesse das Angebot auf Aktivdoheem.lu zurückgegriffen wurde (mehr als 45.000 Klicks und 70.000 Seitenaufrufe), erfreute den Sportminister natürlich. Es zeige, dass der Sport „sehr tief“ in der luxemburgischen Gesellschaft verankert sei. Die Webseite soll derweil auch über den Ausnahmezustand hinaus weiterentwickelt werden.