Hochmut kommt vor dem Fall. Der „T“-Leitartikler glaubt allerdings nicht, dass das für die CSV gilt. Denn, „der Staat ist fest im Griff der Juncker-Riege, die ihre Vertrauensleute in den vergangenen Jahrzehnten überall dort platzieren konnte, wo Einfluss Zustimmung bedeutet“. So kann man auch die schlimmsten Schnitzer aussitzen, zudem wenn man den „großen Zauberer“ JCJ hat, der es bislang fertig brachte, die Sehnsucht der Luxemburger nach materieller Sicherheit „oral zu befriedigen“. Für eine demokratische Gesellschaft sei dieses System untragbar, „weil die Fäulnis des vereinnahmten Staatskörpers offenbarend“. Der systematisch geblendete Bürger aber sehe, spüre und rieche diese Fäulnis nicht: „Er blickt noch voller Bewunderung auf die großen CSV-Gestalten, denen man in schwieriger wirtschaftlicher Zeit solche Pannen doch im höheren Interesse des Landes nicht anlasten sollte.“ Ein Mantra, das der CSV-Häuptling im „Wort“ abermals runter betet: „Wann bemüht sich die Politik wieder um Wesentliches?“ Seitenhiebe bleiben natürlich nicht aus: „Viele Menschen sind verunsichert und auch genervt darüber, wie Justiz, Medien und Politik sich derzeit aufführen“. Tatsächlich sind es die unbequemen Wahrheiten, die Justiz und Medien an den Tag fördern - sie sind dabei voll in ihrer Rolle -, die die CSV verunsichern. Wahrheiten, die die Fundamente des Staates erschüttern.
Großer Zauber
journal.lu - 30.06.2013

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