LUXEMBURG
SVEN WOHL

Im Lockdown lebte die Solidarität auf

Eine ungeahnte Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft packte Luxemburg inmitten des Lockdown. Auf Initiative der Scouten setzten sich junge Menschen ein, indem sie der älteren Generation halfen. Vor allem die Einkäufe wie auch das Besorgen von Medikamenten stand hier im Fokus. Doch lässt sich dieser Einsatz mit einigen Wochen Distanz zum eigentlichen Lockdown genauer beziffern?

Hunderte Pfadfinder im Einsatz

Die Abgeordnete Djuna Bernard (déi gréng) möchte in ihrer parlamentarischen Anfrage vom Bildungsminister Claude Meisch (DP) wie auch von der Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen (DP) wissen, ob sie einen Überblick über das Geleistete hätten. Tatsächlich seien etwa 900 Mitglieder der beiden luxemburgischen Pfadfindergruppen LGS (Lëtzebuerger Guiden a Scouten) und der FNEL (Fédération nationale des Éclaireurs et Éclaireuses du Luxembnourg) im Einsatz. Dabei setzten sie bei der gemeinsamen Aktion auf den Hashtag #AllDagEngBA. Zusätzlich waren 453 Mitglieder der beiden Gruppierungen in der Aktion #Bitzdoheem aktiv. Hier wurden Atemschutzmasken hergestellt.

Während die genaue Zahl an Aktionen während des Lockdown nur schwierig zu beziffern sei, hätten bis zum 16. Juni 2020 39 lokale Gruppen des LGS insgesamt 3.550 Aktionen durchgeführt. Die Mitglieder der FNEL haben insgesamt 2.312 gute Taten für 719 Personen vollbracht. Bei der Aktion #Bitzdoheem wurden fast 40.000 Masken hergestellt, welche an 51 Vereinigungen verteilt wurden.
Mit dem Ende des Lockdown kommt natürlich auch die Sorge, dass die jungen Menschen, die hier Großes geleistet haben, nun keine Zeit mehr hätten, ihren Mitmenschen zu helfen. Während die Minister bestätigen, dass die Kapazitäten in den vergangenen Wochen stetig zurückgegangen sind, da Schulen und Arbeit wieder eine physische Präsenz fordern, ist auch der Bedarf für solche Dienste durch das Aufheben von Einschränkungen zurückgegangen.

Wertschätzung für Geleistetes fördern

Die Frage wird in den Raum gestellt, wie man ein solches Engagement belohnen könnte. Die Abgeordnete bringt ein Zertifikat ins Spiel, welches die Leistungen anerkennt. Während die Minister die Bemühungen als beachtlich einstufen und diese ausdrücklich begrüßen, sei kein spezifisches Zertifikat angedacht. Man wolle in diesem Rahmen auf die Anerkennungszertifikate zurückgreifen, die bereits bestehen. Die Minister verweisen allerdings auch auf das Koalitionsabkommen: Hier wird festgehalten, dass man gemeinnützige Vereinigungen eingehender studieren möchte - dies mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme zu machen und die Erwartungen und Bedürfnisse dieser Organisationen festzustellen. In dieser Hinsicht wird dann auch angesprochen, wie die Wertschätzung und Anerkennung des Einsatzes im Benevolat aussehen könnte.