KIRCHBERG
INGO ZWANK

Die Zukunftsausrichtung des Stadtteils läuft weiter auf Hochtouren

Es tut sich weiter was auf dem Plateau Kirchberg: Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Minister François Bauch und Marc Hansen, zusammen mit der Bürgermeisterin der Hauptstadt, Lydie Polfer, und Patrick Gillen (Fonds Kirchberg), erneut das Ausbauprojekt Kirchberg für die kommenden Jahre vor.

„Op der Schleed“ mit 60 Hektar

Was die Entwicklung auf Kirchberg anbelangt, so werden aktuell 38.000 Arbeitnehmer geführt, mittelfristig sollen es 50.000 und langfristig 65.000 sein; die Einwohnerzahl liegt bei aktuell 3.600 und soll auf rund 22.000 steigen, dies vor allem nach der Entwicklung des Bereiches „Op der Schleed“ mit 60 Hektar im Bereich des Eingangs Bvd. Konrad Adenauer/Pierre Frieden. Im Bereich „Kuebebierg“ sollen darüber hinaus bekanntlich 2.486 Wohnungen entstehen, im Bereich „Laangfur“ sollen es 2.317 sein.

So stellte Bausch kurz den „urbanen Raum“ auf Kirchberg vor, der natürlich „aktuell durch die Tram geprägt wird.“ So sollen hier weiter künstlerische Elemente oder auch Gartenbereiche entstehen, „dies in Zusammenarbeit mit allen Akteuren in den Bereichen JFK Süd, Kiem und auch Grünewald“, sagte Bausch. Das erste Projekt, das diesbezüglich anläuft, ist der „Place de l’Europe“. Hier sollen Tribünen errichtet werden, die für Konzerte genutzt werden können, ferner sollen Bäume als eine Art Windschutz gepflanzt werden.

Verkehr möglichst verbannen

Ein weiteres Projekt wird groß im Bereich „Kuebebierg“ anlaufen. Ein wichtiger Aspekt sei hier, dass man versuche, den Verkehr möglichst großflächig aus dem Viertel herauszuhalten, aber so, dass es eine passende sozial-verträgliche Mischung ergibt, eben im Hinblick auf die Lebensqualität.

Hansen ergänzte, dass im Rahmen der interministeriellen Zusammenarbeit gute Ergebnisse erzielt wurden. Ein Punkt, den Hansen hervorhob, war, dass man im Bereich der Neubauten vor allem mit dem Erbpachtvertrag auf 99 Jahre arbeiten würde. Bei Quadratmeterpreisen von 3.000/3.200 Euro sollen die Wohnungspreise liegen, in einem Rahmen, den man sich noch leisten kann, wie Hansen betonte.

„Das ist eine einzigartige Situation, in die wir auch eingebunden sind“, sagte Hansen, ein Wechsel in der Politik sei es, der von der aktuellen Regierung so auch angestrebt wurde. „Ohne große Spekulationsmöglichkeiten“, denn ein Vorkaufsrecht werde eingeräumt, betonte Hanse mit Blick auf die öffentliche Hand, die dann eine Art Kontrolle, direkt oder auch indirekt, ausüben könne. „Es ist hier großes Potenzial gegeben“, betonte Hansen. Und wenn man von mittel- und langfristig sprechen würde, dann stehen hier 20 Jahre im Raum. Denn es sei klar, dass solche Projekte nicht von jetzt auf gleich umgesetzt werden könnten. „Manche sind aber schon im Bau, andere in der Genehmigungsphase, andere müssen noch entsprechend anlaufen“, sagte Hansen.

Ohne die Stadt geht es nicht

Doch ohne die Stadt Luxemburg geht eine solche Entwicklung natürlich nicht, meinte der Wohnungsbauminister. „Ja, ein großes Potenzial“, betonte auch Lydie Polfer, doch sei immer noch ein großer Bereich in Privathand. Daher sei die Beteiligung der Bürger bei einer solchen Entwicklung besonders wichtig, „und dies am besten von Anfang an“.

So im Bereich „Laangfur“, hier seien rund 80 Prozent der Fläche in Privathand. Wenn nun der Bebauungsplan anlaufe, müssten die Besitzer ebenso eingebunden werden, sagte Polfer. 820 neue Wohnungen sollen dann auch im Viertel Kiem, 480 im Bereich „Réimerswee“ Ost und West entstehen.

Die neuen Konzepte, mit alternativer Mobilität und auch der ökologischen Entwicklung sollen dann entsprechend umgesetzt und zusammengeführt werden - über eine Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren und natürlich den Anwohnern. Eben mit dem Ziel: Angenehmes Wohnen für die Leute, dies aber vor allem noch zu erschwinglichen Preisen.