LUXEMURG
LILIANE FERRON

Im Schnitt kommen jährlich rund 500 Hunde und 400 Katzen im Tierasyl in Gasperich unter. Besonders um die Ferienzeit sind die Zahlen besonders hoch – nicht nur, weil Menschen in den Urlaub fahren und ihr Tier zurück lassen, sondern auch, weil immer noch viele Haustiere zum Fest verschenkt werden und dann „nicht erwünscht“ sind. Ein neues Tierschutzgesetz, das die Würde des Tieres sichern sollte und den Tieren zumindest nicht mehr den Status eines Objektes einräumt, habe demnach noch nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Denn solange sich die Einstellung in den Köpfen nicht ändere, bleibe das Problem stets dasselbe, wie Liliane Ferron vom Gaspericher Tierasyl betont.

„Das neue Tierschutzgesetz bringt zwar mehr Klarheit bei den Tierrechten, wirklich viel gebracht hat es aber von unserer Seite aus gesehen noch nicht; es geschieht leider immer noch zu häufig, dass die Verantwortung für die Tiere von ihren vermeintlichen Besitzern nicht ernst genommen wird und das Tier, sobald es lästig oder zu aufwendig wurde, einfach zu uns kommt. Wir sind schließlich nicht grundlos praktisch immer voll. So sind wir derzeit sogar derart überfüllt, dass wir eine Warteliste einrichten mussten, bevor neue Tiere zu uns kommen können. Außerdem haben wir durch das milde Klima noch weit bis in die Feiertagszeit hinein Katzen, die Junge bekamen. Deshalb haben wir auch regelmäßig junge Kätzchen – ein beliebtes „Geschenk“.

Darum müssen wir immer noch regelmäßig Anfragen nach Haustieren – meist kleinen Kätzchen – als Geschenk beantworten und dabei dann erklären, dass ein Tier eine gewisse Verantwortung bedeutet und man so etwas nicht einfach so verschenken sollte. Deshalb bestehen wir auch weiterhin darauf, dass die neuen Herr- und Frauchen selbst bei uns vorstellig werden müssen, bevor wir eine Adoption freigeben. Das wäre ohnehin schon allein nötig, um die nötigen Papiere auszufüllen. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Tiere zwei, drei Monate später wieder bei uns landen; weil das Tier plötzlich doch mehr Arbeit macht, als gedacht, oder die Kinder doch nicht so gern mit dem Welpen oder dem Kätzchen spielen. Dass das herzlos ist, braucht man nicht zu erwähnen.

Deshalb klären wir Besucher hier vor Ort im Tierasyl, aber auch direkt in den Schulen oder bei Führungen für Schulklassen auf und informieren über die nötige Verantwortung, die ein Tier mit sich bringt. Denn wir sind überzeugt, dass es einen Mentalitätswandel geben muss, bevor wir das Problem wirklich in den Griff bekommen können. Eine weitere Idee wäre es, unsere Kampagne zum Aufruf für mehr Kastration und Sterilisation neu aufzulegen – damals hatten wir einen kleinen Rückgang bei neuen Aufnahmen bemerkt, das zeigte also ein bisschen Wirkung.

Positive Beispiele gibt es also. Wir haben auch Erfahrungen mit Eltern gemacht, die erst mal selbst vorbei schauen, einen potenziellen Kandidaten aussuchen und dann später ein weiteres Mal mit ihrem Kind zu uns kommen, damit es sich selbst dazu entscheiden kann. Es ist also kein universelles Problem, aber es ist dennoch weiterhin präsent. Wir kämpfen so auch weiter dafür, dass kein Tier aus den falschen Gründen leiden muss. Ein Tier bedeutet, Zeit und Liebe zu investieren und bedeutet, Verantwortung zu übernehmen - Menschen sollten also gründlich darüber nachdenken.“