LUXEMBURG
DANIEL OLY

CNPD stellt neue Informationsbroschüre gegen Datenmissbrauch vor

Das Bürgerrecht auf Datenschutz rückt in den Mittelpunkt: Die nationale Datenschutzkommission (CNPD) hat gestern im Rahmen des Tags des Datenschutzes vom 28. Januar seine neue Informationsbroschüre, die den Titel „Ihre Daten? Ihre Rechte!“ trägt, vorgestellt, die Bürger besser über ihre Rechte im Umgang mit ihren Daten informieren soll und Möglichkeiten zeigen will, wie sie ihr Recht geltend machen können.

Darin sind maßgebliche Grundrechte aufgeführt und erklärt, die auch im digitalen Zeitalter für persönliche, sensible Daten gelten und entsprechend eingefordert werden können: Das Recht auf Information darüber etwa, von wem und zu welchem Zweck die eigenen Daten verarbeitet werden. Ein Auskunftsrecht darüber, welche Daten zu einem Profil gesammelt werden, oder das Recht darauf, dass angelegte Daten oder Profile auch wieder gelöscht werden können (das sogenannte „Recht auf Vergessen“). Die Broschüre informiert damit nicht nur über die alten Rechte, die vor der europäischen Datenschutzgrundverordnung GDPR („General Data Protection Regulation“) bereits geltend gemacht werden konnten, sondern auch über die neuen Maßnahmen, wie das Recht auf Übertragbarkeit („Droit à la portabilité“), also das Recht darauf, seine Daten von einem Dienst zu einem anderen Dienst übernehmen zu können.

Paradigmenwechsel GDPR

„Wir leben in einer Welt, in der Daten immer stärker zu einem Gut werden“, erklärte CNPD-Präsidentin Tine Larsen zum Auftakt der Präsentation. „2018 wird deshalb ein wichtiges Jahr - Europa gibt sich mit GDPR klare Regeln, zudem gibt es Anstrengungen, die Privatsphäre im Netz mit einer ,e-Privacy‘-Regelung bis zum Jahresende umzusetzen.“ Deshalb werde es einen Paradigmenwechsel im Bereich der persönlichen, sensiblen Daten geben, die den Nutzern (und damit den Bürgern) wieder die Macht zurückgeben soll. „Dementsprechend wird die CNPD auch weiter dafür sorgen, dass die Bürger über ihre Rechte informiert sind.“ Die Broschüre sei ein erster Schritt hierzu. Auch sonst werde die CNPD weitere wichtige Mittel im Zeitalter von GDPR bieten, wie ein Beschwerdeformular oder die Möglichkeit, Unregelmäßigkeiten im Umgang mit sensiblen Daten auf anonyme Weise zu melden.

„All das spielt zusammen, um den Bürgern als Nutzer mehr Rechte zu geben“, meinte Lauren Magnus von der CNPD, nachdem er neue Rechte wie das Recht auf Vergessen detailliert erklärte. Daneben gab es auch grundsätzliche Ratschläge: Sichere Passwörter und regelmäßige Backups gehörten natürlich dazu. Und: „Behalten Sie den Überblick über die Daten, die Sie preisgeben“, betonte Magnus. „Und gehen sie möglichst sparsam damit um.“

Daneben stellte die Vereinigung der Datenschutzbeauftragten, die „Association pour la Protection des Données au Luxemourg“ (APDL), ihren eigenen Informations-Werbespot zum Datenschutz vor; dieser soll als Informations-Video in luxemburgischer und französischer Sprache in den jeweiligen Unternehmen die Rollenverteilung klar machen - auch, um die Unternehmen auf die kommenden Regeln unter der GDPR fit zu machen. Denn im Mai geht es bereits los.

Abschließend gab es ein Rundtischgespräch mit Experten der Datenschutzkommission, der Sozialversicherung CCSS, dem Cyber-Expertenteam von BEE Secure und aus der Wirtschaft. Sie sprachen darüber, wie Datenschutz für alle Bürger etwas Greifbares werden kann und beantworteten auch Fragen über die kommende Datenschutzgrundverordnung.