LUXEMBURGSVEN WOHL

Spielefokus: „Contra lll: The Alien Wars“

Falls Außerirdische irgendwann einmal die Erde angreifen und die Menschheit unterjochen, können wir uns eigentlich selbst die Schuld dafür geben. Denn mit all den Filme, Büchern und Spielen, die sich genau diesem Thema widmen, fordern wir es schon fast heraus. Aber Spaß beiseite: Das Thema ist natürlich in Videospielen genauso präsent, wie das bei allen anderen populären Medien der Fall ist. „Contra III: The Alien Wars“ gewinnt dem Konzept zwar keine neue Facette ab, kann aber als actionreiches Spiel immer noch überzeugen.

Harte Action

Die „Contra“-Serie könnte konservativer nicht sein: Es wird immer geballert, immer sind Aliens dabei, die Welt zu erobern und immer, aber wirklich immer, ist die Mission eine beinharte Angelegenheit. Ein Treffer und die Spieler sind ein Leben los. Egal, ob man mit den Monstern zusammenstößt, von einem Geschoss getroffen wird oder in einem Feuerball untergeht: Man ist immer sofort tot! Und es wäre nicht so, als wäre der Levelaufbau irgendwie nachgiebig. Denn den Spielern wird es nie leicht gemacht, es wird einem keine Atempause gegönnt und meistens kommt die Gefahr aus allen Richtung - Und das gleichzeitig!

Das war auf dem NES nicht anders und trotzdem liebten die Spieler es. Gründe dafür gibt es freilich genug, denn das rasante Gameplay macht bis heute Spaß und vor allem die Musik begeistert dank eingängiger Melodien. Auch zu zweit kann das Mammutprojekt in Angriff genommen werden, doch selbst wenn sich dadurch der Schwierigkeitsgrad ein wenig senkt, weil die eigenen Chancen steigen, werden nur die wenigsten jemals das Ende zu sehen bekommen. Das stimmte bei den ersten beiden Spielen und auch auf dem Super Nintendo sind eigentlich nur die Grafik und der Sound neu. Selbst die frischen Level, die aus der Vogelperspektive gespielt werden, sind immer noch hammerhart. Doch sie benutzen den sogenannten „Mode 7“-Effekt und bringen Abwechslung in den Spielbetrieb.

Vielseitiger Bombast

Dem Spiel mangelt es allerdings auch so nicht an Abwechslung. Denn ständig gibt es in den verschiedenen Level mehrere Ebenen, fahrbare Panzer, Stangen, an denen entlang gehangelt werden soll oder auch schon mal eine Rakete, an der man sich hängt, während man die Aliens abschiesst. Das klingt teils ziemlich wahnwitzig, passt aber in die total überdrehte Logik der Actionfilme der 1980er und 1990er und vor allem macht es Spaß, diese verschiedenen Szenarien zu erproben. Wer mit dieser Denkweise zurechtkommt, der wird sich hier sofort wie zuhause fühlen. „Contra III: The Alien Wars“ spielt man nicht, um eine mehrschichtige, tiefgründige Geschichte zu erleben. Man spielt es, weil man gerade Lust hat, etwas virtuell in die Luft zu jagen.

Wie passend, dass nun zum ersten Mal die unzensierte Version in Europa erschienen ist. Die Serie wurde ursprünglich für den europäischen Markt angepasst: Anstelle der menschlichen „Contras“ kamen die Kampfroboter „Probotector“. Das änderte am eigentlichen Spiel nichts, aber wenigsten kann man nun das Original genießen. Aktuell ist es auf der Wii U Virtual Console für 8€ erhältlich.