LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Brandschutz für die hauptstädtische Kathedrale - Interventionsplan liegt vor

Am Tag danach, dem Tag nach der Brandkatastrophe in der Pariser Kathedrale Notre-Dame, stellt sich natürlich auch hierzulande die Frage: Was wäre wenn? Wobei es in Luxemburg eigentlich heißen müsste: „Was ist, wenn es nochmal passiert?“ Vor 34 Jahren, in der Karwoche 1985, genau am Karfreitag brach in einem Turm der Kathedrale ein Feuer aus. Die hölzerne Spitze brannte lichterloh, bevor sie in die Tiefe stürzte. Ähnlich wie vorgestern in Paris fanden zum Zeitpunkt des Feuers Dachdeckerarbeiten statt. Ein Klassiker bei den Brandursachen.

Wie sieht es heute mit einen möglichen Brandeinsatz in der Kathedrale aus? Auf Nachfrage beim CGDIS erhalten wir von den Experten des Einsatzzentrums Luxemburg eine ziemlich umfassende Auskunft. Wie für andere wichtige Gebäude in der Hauptstadt liegt für die Kathedrale ein detaillierter Interventionsplan vor, der über Zufahrten, Zugänge, Wasserversorgung und viele andere Details der Kathedrale informiert.

Die Kathedrale der Stadt Luxemburg unterscheidet sich nicht nur in der Größe von der Pariser Kathedrale, sondern auch im Aufbau. Da die Kirche grob gesagt aus zwei Teilen besteht, einem historischen Teil aus der Zeit um 1620 und einem großen Erweiterungsbau aus den 1930er Jahren, teilt sich auch der Dachstuhl in einen Teil aus Holz und einen Teil aus Stahl auf. Ein echter Nachteil ist, dass die Kathedrale unmittelbar an andere Bauten stößt.

Detaillierte Einsatzpläne

Laurent Massard von der Abteilung für vorbeugenden Brandschutz erläutert uns, dass der Interventionsplan auch detaillierte Bestandspläne des Gebäudes umfasst, die klar zeigen, wo sich welche Zugänge zu welchen Bereichen sich wo befinden. Die Drehleitern der Feuerwehr Luxemburg sind bis zu 30 Metern ausfahrbar und können an einigen Stellen bis an das Kirchengebäude heranfahren. Außerdem verfügt der Kirchenbau über eine festmontierte Steigleitung für Löschwasser.

Wie in einem Brandfall vorgegangen wird, hängt ganz von den Umständen ab, erläutert Massard. Mit dem Interventionsplan ist man zwar vorbereitet, die Entscheidung des wie, was und wo fällt aber immer unmittelbar vor Ort. Der Einsatzleiter muss sich dann für einen Innen- oder einen Außenangriff entscheiden, oder beides. Wenn es im Inneren zu gefährlich wird, muss von außen gelöscht werden. Natürlich bringt die unmittelbare Nähe der Nachbargebäude dabei ganz besondere Herausforderungen mit sich.

Die Brandschutzexperten führen regelmäßig Begehungen in der Kathedrale durch, auch in den Dachgeschossen, um ständig über den Zustand des Gebäudes auf dem Laufenden zu sein und neue Gefahrenquellen auszugleichen. Interventionspläne liegen nicht nur für die Kathedrale vor, sondern auch für zahlreiche andere Gebäude in der Hauptstadt.