LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

In „War for the Planet of the Apes“ bekämpfen sich erneut Affen und Menschen

Franklin J. Schaffners „Planet of the Apes“ (1968), mit Charlton Heston in der Hauptrolle, ist sicher einer der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Dem Film, der auf dem Roman von Pierre Boulle basiert, folgten in den 1970er Jahren noch vier Fortsetzungen. In guter Hollywood-Tradition blieb der Klassiker nicht von einem Remake verschont.

Allerdings war die Neuverfilmung aus dem Jahr 2001 grottenschlecht und kein durchschlagender Erfolg. So vergingen zehn Jahre, ehe sich Regisseur Rupert Wyatt an eine Fortsetzung des Remakes heranwagte und mit „Rise of the Planet of the Apes“ von der Zeit vor der Vorherrschaft der Affen erzählte. Matt Reeves („Cloverfield“) drehte 2014 „Dawn of the Planet of the Apes“, in dem die Menschen fast dezimiert sind und die Affen regieren. Drei Jahre später haben die Menschen in „War for the Planet of the Apes“, nochmal von Reeves inszeniert, an Terrain gewonnen.

Krieg als letztes Mittel

Während Caesar dem Clan befiehlt, sich auf den Weg in die neue Heimat zu machen, macht er sich auf die Suche nach dem Colonel. Gegen seinen Willen schließen sich ihm der Orang-Utan Maurice (Karin Konoval), der Gorilla Luca (Michael Adamthwaite) und der Schimpanse Rocket (Terry Notary) an. Unterwegs treffen sie auf ein stummes Mädchen (Amiah Miller) und einen alten Schimpansen (Steve Zahn), der in einer verfallenen Skistation lebt und sich „Bad Ape“ nennt.

Soldaten, die unter der Führung eines wahnsinnigen Colonels (Woody Harrelson) stehen, massakrieren in einem Wald viele Affen, ehe diese zurückschlagen. Affenchef Caesar (Andy Serkis) hat vier Soldaten gefangen genommen. Er lässt sie frei, unter der Bedingung, dass sie dem Colonel vorschlagen, wenn er den Affen den Wald überlässt, es nicht zu weiteren Kriegshandlungen kommen wird. Weil er dem Colonel nicht traut, will er die Affen in eine neue Gegend umsiedeln. Noch ehe sie losziehen können, überfallen die Soldaten ihr Versteck. Bei diesem Überfall tötet der Colonel Caesars Frau und einen seiner beiden Söhne.

In Albträumen sieht der stets grimmig dreinschauende Caesar den Verräter der Affen Koba (Toby Kebbell), der ihn auffordert, seine gute Seite gegen die böse zu tauschen. Caesar ist schlussendlich zu allem bereit, den Colonel zu töten, aber seine gute Seite beherrscht ihn in entscheidenden Momenten.

Tolle Tricktechnik, pathetisches Ende

Zudem wird das Mädchen, das von Luca den Namen Nova erhält, zu einer Art guten Fee, die den Affen aus der Patsche hilft, ohne dass sie Schaden erleidet. Somit hängt dem Film ein Hauch von Jekyll und Hyde an, wie etwas Überirdisches, als wäre Nova ein neuer Messias. Einige Affen sind zu den Menschen übergelaufen, was ein paar interessante Ausein-andersetzungen mit sich bringt. Hauptsächlich dominieren Spannung und Schießereien in der Verfolgung der Truppe vom Colonel. Die Tricktechnik kann sich sehen lassen, und speziell die Charakterisierung von Caesar ist bestens gelungen. Der Schlusskampf wirkt allerdings an den Haaren herbeigezogen und das Finale zu pathetisch.