ROSELINE LENTZ-BAUER

Parkinson ist vielen oft nur aufgrund betroffener Persönlichkeiten, wie Michael J. Fox oder auch dem mittlerweile verstorbenen Muhammad Ali, ein Begriff. Damit die degenerative Nervenkrankheit, deren Verlauf langsam ist, mehr ins allgemeine Bewusstsein rückt, wurde der Welt-Parkinson-Tag eingeführt, der am 11. April stattfindet. Roseline Lentz-Bauer, Präsidentin der asbl „Parkinson Luxembourg“, bezieht Stellung zu dieser Krankheit.

„Dieses Jahr ist für uns ein sehr besonderes Jahr. Es beginnt mit dem Welt-Parkinson-Tag, der seit 1997 existiert und am Geburtstag von James Parkinson am 11. April begangen wird. Dieser beschrieb die Krankheit erstmals im Detail im Jahr 1817. Somit ist 2017 der 200. Jahrestag dieses wichtigen Ereignisses. Außerdem feiern wir dieses Jahr 25 Jahre „Parkinson Luxembourg“ im Juni in Schengen unter dem Motto „Parkinson ouni Grenzen“. Das soll ein großes Familienfest werden. Zuvor werden wir aber noch am 28. April in Leudelingen im dortigen Kulturzentrum eine Konferenz zum Thema Parkinson organisieren.

Wir als „Parkinson Luxembourg“ sind eine Organisation von Patienten für Patienten. Das heißt, dass es unsere Priorität ist, die betroffenen Menschen zu versammeln um einen Austausch zu ermöglichen. Bei diesem sollen sie über ihre alltäglichen Probleme sprechen und gegebenenfalls Hilfestellung geben. Parkinsonpatienten sind nämlich je nach Stadium ihrer Krankheit teils bis sehr stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie zittern stark, ihre Muskulatur ist verhärtet, sie haben Probleme, ihre Bewegungen zu koordinieren oder haben Gleichgewichtsstörungen und sind somit langsamer und brauchen mehr Zeit.

Das führt so weit, dass in einem späteren Stadium die Personen ihren Alltag nicht mehr planen können, sondern sich der Krankheit anpassen müssen. Was nämlich momentan noch machbar ist, kann in zehn Minuten nicht mehr möglich sein. Diese Einschränkung ist nur schwer erträglich. Weitere Probleme und Symptome können Schlafstörungen, Schweißausbrüche, ein beeinträchtigter Geruchssinn, Blutdruckschwankungen und Depressionen sein.

Parkinson ist auch eine Krankheit, die einen in jedem Alter treffen kann, was mit dazu führt, dass sie von Außenstehenden nur schwer zu verstehen ist. Oft werden etwa Gleichgewichtsstörungen für Zeichen von Alkoholismus gehalten, was für die Betroffenen und ihre Angehörigen belastend sein kann. Durch die verlangsamte Bewegung sind viel Geduld und Zeit von allen Beteiligten gefordert, diese fehlt jedoch in unserer heutigen Gesellschaft oft. Aber mit einer guten medikamentösen Einstellung ist eine gute Lebensqualität durchaus möglich. Dabei werden jedoch nur die Symptome behandelt. Da die Ursache bisher noch unbekannt ist, ist Parkinson nicht heilbar. Deswegen sind wir auch über die gute Parkinsonforschung, die hier in Luxemburg betrieben wird, glücklich.

Zur Behandlung der Krankheit sind auch Heilgymnastik, Logopädie, Ergotherapie sowie allgemein viel Bewegung wichtig. Wir als „Parkinson Luxembourg“ bieten hierzu in unserem Begegnungs- und Informationszentrum in Leudelingen seit 2013 neben Informationen auch Hilfe an und organisieren freiwillige Workshops für Betroffene und ihre Angehörigen.“

www.parkinsonlux.lu