LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

LuxairCargo schwächelt, doch LuxairTours, die Luxair und die LuxairServices laufen gut

Luxair sehen viele als ein Unternehmen, doch tatsächlich teilt sich die LuxairGroup in vier Unternehmensbereiche auf, nämlich die Luxair als Fluganbieter, LuxairTours als Reiseanbieter, LuxairCargo für die Fracht sowie LuxairServices als Dienstleister. Wie es den einzelnen Bereichen geht und was Neues ansteht, präsentierten die Verantwortlichen gestern. Vorweg: Insbesondere LuxairTours steht vor einem Rekordjahr. Das ist schon deswegen von Bedeutung, weil der Reiseanbieter auch in der Vergangenheit immer mal wieder Gewinnverluste ausbügeln konnte. Um konkrete Zahlen der Bilanz ging es gestern jedoch nicht. Die werden auf der Bilanzpressekonferenz im Mai 2020 präsentiert.

Luxair: 1,4 Millionen Passagiere für 2019

Luxair verzeichnete 2018 einen Rückgang um rund ein Prozent auf geschätzt 1,3 Millionen Passagiere. 2019 geht Laurent Jossart, der für die Airline verantwortlich ist, jedoch von 1,4 Millionen Passagieren aus. Da die Verbindung Saarbrücken - Berlin nicht mehr bedient wird, die jährlich rund 100.000 Passagiere brachte, macht sich das bemerkbar. Als Gründe für die Streichung gab Jossart an, dass der Etat der Schulen für Flüge gesunken sei, Busse und eine direkte Bahnverbindung harte Konkurrenz seien. Auch die Klimasteuer, die in Deutschland beispielsweise mit fünf Euro pro Inlandsflug zu Buche schlägt, für Auslandsflüge allerdings auch 60 Euro erreichen kann, macht zu schaffen. Die Luftfahrtindustrie steht wegen der CO2-Diskussion in der Kritik. Derzeit versucht die „International Air Transport Association“ (IATA) als Vertreterin der Luftfahrtindustrie, den CO2-Ausstoß durch eine bessere Nutzung der Luftkorridore zu senken. „Das könnte bis zu zehn Prozent bringen“, meinte Jossart. Er verweist darauf, dass die im Schnitt sechs bis sieben Jahre alte Luxair-Flotte aufgrund neuer Technologie emissionsärmer sei als viele Konkurrenten.

Auch Steuern für die Flughafennutzung, die nicht komplett an Passagiere weiter gegeben werden, nagen am Gewinn. Die Steuer gilt seit Oktober 2019 in Luxemburg und beträgt rund vier Euro pro Ticket.

Beliebteste Flugziele der Luxair sind London, Paris, Mailand und München. Nach Marktbeobachtung hat sich die Luxair entschieden, ab Sommer 2020 Nantes, Montpellier und Florenz in ihr Programm aufzunehmen. Insbesondere die italienische Destination erfreut sich großer Beliebtheit, ein Drittel der Tickets zum Vorzugspreis von 162 Euro sind schon verkauft. In Partnerschaft mit „Hotelbeds“, einem Anbieter mit rund 7.000 Betten, legt die Luxair ein Programm für rund 20 Ziele in Europa unter dem Namen „Luxair City Break“ auf, bei dem Kunden Flug und Hotel im Paket buchen. Seit dem vierten November gibt es auch ein spezielles Angebot für Studenten zwischen 18 und 27 Jahren zum Preis von 199 Euro für den Hin- und Rückflug. Preissensible Kunden können seit einigen Monaten den besten Tarif für einen bestimmten Zeitraum unter „Smart Pricer“ finden. Neu ist auch eine Funktion, mit der Flüge für 24 oder 48 Stunden gegen einen Obolus blockiert werden können.

Eine Herausforderung bleibt die Erweiterung der Flugpiste am Findel, die für 2021 angedacht ist und bei laufendem Flugverkehr stattfinden soll. Für die Belastungsspitzen wurden bereits zwei weitere Flugzeuge angeschafft.

LuxairTours: Ein neuer Rekord

Gute Nachrichten hatte Alberto Kunkel, der seit 19 Jahren den Bereich LuxairTours verantwortet und im Vorstand der LuxairGroup sitzt, dem Reiseanbieter, der auf abgestimmte Angebote mit Flug und Hotel setzt. „Für uns ist 2019 ein Rekordjahr“, hielt Kunkel fest. „Der Umsatz liegt erstmals bei über 300 Millionen Euro, wir haben erstmals über 700.000 Kunden und elf Prozent mehr Buchungen von Reisepaketen.“ Damit liegt die Geschäftsdelle von 2015/2016 hinter dem Touranbieter. LuxairTours erwirtschaftet in der Regel rund die Hälfte des Umsatzes der LuxairGroup und die Zahlen sind hilfreich mit Blick auf das Frachtgeschäft.

LuxairTours setzt auf der einen Seite auf Digitalisierung, um schneller auf Preisanfragen reagieren zu können, auch auf Tablets und Smartphones. Denn rund 50 Prozent der Flugtickets werden online gekauft. „Bei den Reiseangeboten als Paket werden hingegen 90 Prozent in der Agentur gebucht“, erklärt Kunkel. Auf der anderen Seite ist Qualität weiter die Karte, die LuxairTours spielt. Allein acht Manager sind mit der Auswahl von Partnerhotels beschäftigt.

Sie erkundeten auch die neuen Ziele der Luxair, beispielsweise Brindisi in Italien, das 2020 neu auf dem Programm steht. Auch die Vereinigten arabischen Emirate sind neu, die 2018 schon von 2.900 Kunden gebucht wurden und wegen der Weltausstellung auch im kommenden Jahr populär sind. Dazu kommen Minitrips nach Marrakesch. „Jetzt kann man Marrakesch mit Agadir kombinieren“, unterstrich Kunkel. Ebenfalls gut läuft das neue Nilkreuzfahrt-Angebot und Tauschreisen am Roten Meer in Marsa Alam, die ein Plus von 62 Prozent bei den Buchungen verzeichnen. „Ägypten ist zurück“, kommentierte Kunkel. Um die Sicherheit am Zielort sorgt sich der Anbieter übrigens ständig und steht mit den Behörden im Austausch. Trotz aller Neuerungen bleibt Spanien - insbesondere die Balearen - der Spitzenreiter bei den Angeboten.

Cargo im Abwärtstrend

Jean-Paul Gigleux gab einen Ausblick auf LuxairCargo und LuxairServices. Beim Frachtgeschäft schlagen sich geopolitische Probleme, insbesondere zwischen den USA und China 2020 weiter in einem Abwärtstrend nieder. Das Frachtvolumen nahm 2018 um acht Prozent auf rund 880.000 Tonnen ab und soll 2020 bei 845.000 Tonnen liegen, was Gigleux als „nicht schlecht“ einstufte. Rund 3.000 Lkw werden wöchentlich am Findel ent- und beladen, rund 1,5 Prozent der weltweiten Fracht dort abgewickelt. Doch die Konkurrenz - insbesondere aus Brüssel und Lüttich - ist hart. Nischen wie lebende Tiere oder Pharma sollen helfen.

Bei LuxairServices sind der Airport und die Fluggesellschaften Kunden. 4,4 Millionen Passagiere flogen 2019 über Luxemburg, 27.000 Flugzeuge landeten. Für 2020 erwartet Gigleux 4,8 Millionen Passagiere. Beschränkungen des Wachstums gibt es vor allem durch den limitierten Platz für Flugzeuge zum parken und andocken.


Einen besonderen Adventskalender hat sich Luxair einfallen lassen: Noch bis zum 23. Dezember gibt es Flüge (Hin- und Rückflug) für 79 Euro, Flug/Hotelangebote und mehr zu gewinnen. Insgesamt stehen 50.000 Plätze bereit.


www.luxair.lu