LUXEMBURG
MARCO MENG MIT SES

Satellitenbetreiber SES steigert weiter Umsatz und Gewinn

Weiterhin aufwärts geht es beim Satellitenbetreiber SES, der am Freitag seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal sowie die ersten neun Monate des laufenden Jahres vorlegte.

Seit Jahresbeginn erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatzerlös von 1.406,6 Millionen Euro, was gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einem Anstieg um 2,1 Prozent entspricht.

Das seit Anfang des Jahres generierte Ebitda (Bruttoeinnahmen) beläuft sich auf 1.049,7 Millionen Euro, auch das gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ein deutlicher Anstieg, und zwar um 4,0 Prozent.

Im Zuge der Umsatzsteigerung und einer verbesserten Ebitda-Marge erhöht sich in den ersten neun Monaten der Konzerngewinn um 5,9 Prozent auf 437,9 Millionen Euro. Die Rentabilitätskennzahl hat sich dabei auf 74,6 Prozent (2013: 73,7 Prozent) verbessert, während das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2014 von einer gesamten Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent ausgeht. So kann SES in seinem Vierteljahresbricht denn auch davon sprechen, man sei „nach wie vor gut für die Erzielung langfristigen Wachstums aufgestellt“.

Dass sich das Geschäft gut entwickelt, zeigen auch die Auftragszahlen: Der im vollen Umfang abgesicherte Auftragsbestand beläuft sich nach Unternehmensangaben auf 7,3 Milliarden Euro.

SES-Präsident und Geschäftsführer Karim Michel Sabbagh dazu: „Seit Jahresbeginn kann SES in den westeuropäischen und internationalen Märkten mit robusten Wachstumszahlen aufwarten.“ Bis Ende 2017 plant SES den Start von fünf neuen Satelliten, darunter drei Satelliten zur Erweiterung der Abdeckung der Märkte im Raum Asien-Pazifik und Lateinamerika.

Der Verkauf von acht Transpondern an Eutelsat als Bestandteil einer Vereinbarung, die im Januar 2014 unterzeichnet wurde, leistete einen deutlichen Umsatzbeitrag zum europäischen Umsatzwachstum von 11,2 Prozent, während das Wachstum des Geschäftsbereiches „International“ (+ 7,3 Prozent) den Aufbau neuer Kapazitäten in der Region widerspiegele. An den niedrigeren Umsatzerlösen in Nordamerika (-13,7 Prozent) sei die Nichtverlängerung von Kapazität abzulesen - vor allem aufgrund von den anhaltenden Kürzungen im US-Haushalt. Sabbagh: „Wir konzentrieren uns auf die Ausschöpfung unseres Wachstumspotenzials im Zuge der Kommerzialisierung von neuen Hochleistungs-Kapazitäten in den verschiedenen Regionen. Gleichzeitig maximieren wir die Vorteile, die unsere finanziellen und operativen Stärken eröffnen.“ Die Strategie des Aufbaus von Direct-to-Home-Angeboten (DTH) gewinne an Dynamik.

Anfang Oktober 2014 unterzeichnete SES mit dem Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom eine Vereinbarung über das Angebot des Astra Connect Services in der Schweiz. Swisscom wird den Astra Connect Service nutzen und in diesem Zusammenhang die derzeit bestehenden Internetzugangsleitungen entsprechend aufrüsten.

Im letzten Quartal wurde zudem das neue Satellitenzentrum (Satellite Operations Center) von SES in Princeton, New Jersey, eröffnet. Hier führt ein Team von Satellitenkontrolleuren rund um die Uhr die Überwachung und das Management von 23 SES-Satelliten durch, das heißt nahezu der Hälfte der SES-Satellitenflotte. Der andere Teil der mehr als 50 Satelliten umfassenden Gesamtflotte von SES wird vom Sitz in Luxemburg aus gesteuert.

Sorge um Funktionsfähigkeit von Satelliten

Dennoch hat SES auch mit einigen Satelliten zu kämpfen, bei denen es eigenen Angaben nach zu Ausfällen der Schaltkreise von Sonnenkollektoren kommen kann. So habe AMC-16, ein von Lockheed Martin gebauter und etwa zehn Jahre alter Satellit, dessen Kapazität von EchoStar genutzt wird, einen Leistungsrückgang zu verzeichnen, auch wenn es im letzten Berichtsquartal zu keiner weiteren Reduzierung der gewerblich nutzbaren Kapazität anderer Satelliten aufgrund von Schaltkreisproblemen gekommen sei. Im September kündigte EchoStar indes den Bauauftrag für den Satelliten SES-11 an, der die „langjährige Partnerschaft mit EchoStar“ weiter verstärke, so SES-Chef Sabbagh.

Die Ergebnisse für das gesamte Geschäftsjahr 2014 will der Satellitenbetreiber am 20. Februar kommenden Jahres präsentieren.