LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

67 Forschungsprojekte aus Luxemburg im europäischen Horizon 2020-Forschungsprogramm zurückbehalten

Von 340 eingereichten Forschungsprojekten aus Luxemburg wurden 67 im Horizon 2020-Programm zurückbehalten. Damit liegt das Großherzogtum mit einer Erfolgsrate von 19,7 Prozent auf Rang zwei hinter Lettland, weshalb Marc Hansen, Staatssekretär für Forschung, bei der Vorstellung der Ergebnisse gestern von „erfreulichen Nachrichten“ sprach. Die Erfolgsquote von Frankreich, Belgien und Deutschland liegt bei 19,7, 19,6 und 18,7 Prozent. Berücksichtigen muss man allerdings, dass unsere Nachbarn deutlich mehr Projekte eingereicht haben. Allein in Deutschland wurden 2.249 Projekte genehmigt.

Die Bezuschussung bedeutet einen Rückfluss von finanziellen Mitteln in Höhe von rund 20 Millionen Euro, davon 7,1 Millionen für die Universität Luxemburg, 2,4 Millionen für das „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (List), 570.000 für den Fonds National de la Recherche (FNR) sowie Luxinnovation und 7,6 Millionen für private Akteure. Blickt man auf die vergangenen Forschungrahmenprogramme zurück, war der finanzielle Rückfluss noch nie so hoch wie im vergangenen Zeitraum. 2007 lag er bei neun Projekten bei 1,7 Millionen Euro, von 2010 auf 2011 war es ein bedeutender Anstieg von vier auf 13,4 Millionen Euro.

Drei Schwerpunkte für Horizon 2020

Horizon 2020 ist ein mit 80 Milliarden Euro dotiertes Instrument zur Förderung von Wissenschaft, technologischer Entwicklung und Innovation, das über sieben Jahre läuft - von 2014 bis 2020. Unterteilt ist Horizon 2020 in drei Schwerpunkte: Gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, demografischer Wandel, Transport oder Gesundheit, industrielle Forschung und Wissenschaftsexzellenz. Die Aufschlüsselung der zurückbehaltenen luxemburgischen Forschungsprojekte zeigt, dass die meisten - 31 an der Zahl - im Bereich gesellschaftliche Herausforderungen eingereicht sind. An zweiter Stelle folgen 21 Industrieprojekte, die allerdings finanziell fast genauso hoch bezuschusst werden: 8,9 Millionen Euro in der ersten und 7,7 Millionen in der zweiten Kategorie. Acht Projekte zur Förderung der Wissenschaftsexzellenz machen rund drei Millionen Euro aus.

Erste Phase des Programms

Neu beim bisher 8. Forschungsrahmenprogramm (FRP) ist, das die bisher getrennten EU-Programme der Forschungs- und Innovationsförderung weitgehend gebündelt sind. Die nun vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Projekte, die von Anfang 2014 bis Februar 2015 eingereicht wurden. Für die Forschungsakteure in Luxemburg ist das Erwerben von europäischen Fördergeldern kapital, weil in den jeweiligen Verträgen mit den öffentlichen Forschungszentren und der Universität Leistungsziele festgehalten wurden. Im Mehrjahresvertrag mit der Universität von 2014 bis 2017 ist etwa festgehalten, dass sie sich insgesamt 19,6 Millionen Euro an europäischen Geldern sichern soll. Für die öffentlichen Forschungsinstitute sind es 14 Millionen.