LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Ein personalisierter Parcours für Arbeitssuchende, besondere Betreuung für die, die weit entfernt vom Arbeitsmarkt sind, spezielle Angebote für Junge unter 30, berufliche Aus- und Weiterbildungen, teils auf Maß für bestimmte Betriebe oder Sparten, verstärkte Vermittlung von Lehrstellen auch für Erwachsene, gezielte Rekrutierungsateliers, finanzielle Hilfen für Betriebe bei der Einstellung von Arbeitssuchenden, vor allem Älterer oder „Reklassierter“, ein digitales Job-Board, Spezialisierung und Weiterbildung der Betreuer, ein besseres Kontaktzenter, das 80 Prozent der 185.000 telefonischen Anfragen pro Jahr direkt beantwortet, 58 neue Mitarbeiter - die Dynamik der ADEM ist ungebrochen und machte sich 2016 bezahlt.

 „Seit 27 Monaten geht die Arbeitslosigkeit im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr herunter und diese Entwicklung hat sich 2016 nochmals beschleunigt. Das gab es seit Anfang der 2000er Jahren nicht mehr.“

Viel Gutes wussten ADEM-Direktorin Isabelle Schlesser und ihre zwei beigeordneten Direktoren Gaby Wagner und Ian Thewes gestern zu berichten. Sie blickten im Beisein von Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) auf das ADEM-Jahr 2016 zurück und stellten eine Studie über die Zufriedenheit der Betriebe mit den ADEM-Diensten vor. „Es war ein gutes Jahr für die Beschäftigung und ein gutes Jahr für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit“, sagte Schlesser. 3,3 Prozent mehr Beschäftigung und eine Arbeitslosenquote, die um 6,4 Prozent sank: „Seit 27 Monaten geht die Arbeitslosigkeit im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr herunter und diese Entwicklung hat sich 2016 nochmals beschleunigt. Das gab es seit Anfang der 2000er Jahren nicht mehr.“ Positiv sei auch, dass die Zahl der Personen in Beschäftigungsmaßnahmen um sieben Prozent sank.

Mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt - das zeige sich bei allen Altersgruppen, vor allem aber bei den jungen Menschen unter 30, von denen im Vergleich zu 2014 14 Prozent weniger eingeschrieben waren. Immerhin noch drei Prozent weniger „Chômage“ wurde bei den über 45-Jährigen verzeichnet. „Ein richtiges Problem haben wir mit der Langzeitarbeitslosigkeit speziell bei Personen über 50 und denen mit Behinderung oder gesundheitlichen Problemen“, sagte Schlesser. Letztere machten ein Viertel aller Eingeschriebenen und 80 Prozent der Langzeitarbeitslosen aus und würden nun gezielt von zwei spezialisierten Mitarbeitern betreut.

Mit 33.500 wurden 2016 2.500 mehr offene Stellen gemeldet als noch 2015. Mittlerweile werden den Betrieben dank der ADEM-Präselektion im Schnitt noch 2,8 Kandidaten zum Vorstellungsgespräch geschickt, die auch reelle Chancen haben. „Für rund 25 Prozent der neuen Posten haben wir keine Kandidaten, weil ein hoch qualifiziertes Profil verlangt wird“, sagte Schlesser, die auch darauf verwies, dass 55 Prozent der Eingeschriebenen ein schwaches Bildungsniveau haben.

55,6 Prozent mehr Ausbildungen

„Das einzige, was hilft ist Ausbildung - wir werden nicht müde, das zu sagen“, appellierte Gaby Wagner. Auch hier erfreuliche Zahlen: 4.200 Arbeitssuchende haben 2016 an Ausbildungskursen teilgenommen - 55,6 Prozent mehr als 2015.

All diese Anstrengungen werden belohnt, unter anderem von den Arbeitgebern, wie die externe und anonyme Studie der Forscher des LISER zeigt. „Wir werden die Digitalisierung und die persönlichen Kontakte zu den Betrieben verstärken“, war Schlessers Fazit.