LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Erneuter Hai-Alarm in „47 Meters Down“

Nach ein paar Filmen, in denen Haie Menschen attackieren, wie etwa in „The Sharkfighters“ (1956; Regie: Jerry Hopper) und „Shark“ (1969; Regie: Samuel Fuller), setzte Steven Spielberg mit „Jaws“ 1975 bis dato unerreichte Maßstäbe in Sachen Hai-Filme. Seitdem vergeht kaum ein Jahr ohne einen solchen Film. Der letzte in unseren Kinos war „The Shallows“ (2016) von Jaume Collet-Serra.

Der Engländer Johannes Roberts hat bislang keinen Kinohit gelandet. Er drehte 2016 „The Deep“, der eigentlich als VOD und DVD im August 2016 herauskommen sollte. Doch dann kaufte ein Filmverleiher das Werk, titelte es in „47 Meters Down“ um und startete den Film Ende Mai in den Kinos, mit dem Resultat, dass bereits 24 Millionen Dollar eingespielt wurden, sicher kein berauschendes Resultat.

Schwestern halten zusammen

Die Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) machen Ferien in Mexiko. Um Lisa aufzumuntern, weil ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat, schleppt Kate sie in eine Disco, wo sie Louis (Yani Gellman) und Benjamin (Santiago Segura) kennenlernen. Die neuen Bekannten bieten ihnen eine Unterwassertour an, bei der sie Haien hautnah begegnen können. Da Lisa nicht tauchen kann, ist sie abgeneigt, lässt sich aber von ihrer Schwester überreden. Mit dem Schiff von Captain Taylor (Matthew Modine) und seinem Helfer Javier (Chris Johnson) geht die Fahrt los. Die beiden Mädels ziehen ihre Taucherausrüstung an und nehmen in einem Käfig Platz. Und schon schwimmen die ersten Haie an ihnen vorbei. Toll!

Ja, und es kommt wie der Filmtitel es bereits ankündigt, zu einem Fall in 47 Meter Tiefe, als das Kabel reißt und der Kran abbricht und auf den Käfig fällt. Somit sind die Schwestern eingesperrt. Die restliche Zeit der 85 Minuten Laufzeit müssen sie sich etwas einfallen lassen, um wieder heil an die Wasseroberfläche zu gelangen, ohne Futter für die Haie zu werden.

Keine Überraschungen

Gedreht wurde der Film in den „Pinewood Dominican Republic Studios“ in der Dominikanischen Republik. Konstruiert ist der Streifen wie fast alle ähnlich gelagerten
Action- und Gruselfilme. Zuerst werden die Protagonisten vorgestellt, dann geht es aufs Schiff, das nicht gerade topfit aussieht, mit seinen vielen Roststellen. Und dann geschieht das, was eigentlich nicht passieren sollte, aber stattfinden muss, damit sich die Zuschauer nicht langweilen, sondern das Fürchten lernen sollen. Die Schwestern können über Unterwasserfunk mit dem Kapitän und untereinander kommunizieren, was ihre Überlegungen und Handlungen verdeutlicht. So kommt denn auch etwas Spannung auf, die zum Teil auf die Hai-Attacken und die beklemmende Atmosphäre auf dem dunklen Meeresgrund zurückzuführen ist. Am Ende überrascht nichts weiter in „47 Meters Down“, und „Jaws“ bleibt der Meilenstein in Sachen Hai-Attacken im Kino.