„Fouersonndeg“ und Braderie in der Hauptstadt

Auf der bis zum 11. September andauernden 674 „Schueberfouer“ ist an diesem Wochenende sozusagen „Halbzeit“. Morgen wird der „Fouersonndeg“ oder „Kiermessonndeg“ in der Hauptstadt gefeiert. Am „Fouerméindeg“ geht dann die 85. Auflage der von der „Union commerciale de la Ville de Luxembourg“ organisierten Braderie über die Bühne: An Verkaufsständen auf einer gesamten Länge von fünf Kilometern werden zahlreiche „gutt Affairen“ in den Straßen der Oberstadt und des Bahnhofsviertels angeboten. Anlässlich der Braderie werden am Sonntagnachmittag die Geschäfte in der Hauptstadt ihre Türen von 14.00 bis 18.00 für die Besucher öffnen. Und warum nicht an einem der beiden Tage den Besuch des einen Events mit dem des anderen verbinden, um so einige unbeschwerte Stunden in der Hauptstadt zu verbringen.

Ein Blick zurück

Demnach eine ausgezeichnete Gelegenheit, um einen Blick auf die Geschichte der „Fouer“ zu werfen. Als Geburtsstunde der „Schueberfouer“ gilt bekanntlich der 20. Oktober 1340, als Johann der Blinde, König von Böhmen und Graf von Luxemburg, in seinem Schloss in der Hauptstadt ein Dokument besiegelte, in dem er der Stadt Luxemburg das Privileg eines acht Tage andauernden Jahrmarktes, „Schueberfouer“ genannt, anerkannte.

Der Name „Schueberfouer“ stammt von dem Veranstaltungsort - der „Schuedburg“, dem heutigen „Plateau du Saint Esprit“, der damals außerhalb der Stadtmauern lag -, her. Nach Meinung der Historiker wurde aus „Schuedburg“ zunächst „Schuedmiss“ und später „Schuebermëss“.

Umzug nach Limpertsberg

1610, als der Platz auf der „Schuedburg“ für den Rummel zu eng wurde, zog die „Fouer“ nach Limpertsberg, um sich dann 1893 definitiv auf dem Glacis anzusiedeln. Dem Jahrmarkt wurde damals eine große wirtschaftliche Bedeutung zuteil: Neben Stoffen wurden Lebensmittel, Porzellan und Tiere zum Verkauf angeboten. 1910 waren erstmals ein kleines Riesenrad und eine Achterbahn auf der „Fouer“ zu Gast. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Rummel-Attraktionen dann immer mechanischer, um der „Fouer“ dann das „Aussehen“ zu verpassen, das sie heute hat. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erwähnen, dass der Platz auf dem Glacis erst 1975 asphaltiert wurde.

Und nun nichts wie rein ins bunte Rummeltreiben. Die Braderie in der Hauptstadt am kommenden Montag wird von 08.00 bis 18.00 stattfinden und bei hoffentlich schönem Wetter zahlreiche Besucher in die Stadt locken.