TRIERMARCUS STÖLB

Partner der Großregion planen für 2014 - Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt im Mittelpunkt

Im Kurfürstlichen Palais traf man sich, dort, wo einst Triers Erzbischöfe über ein Territorium herrschten, das weite Teile der heutigen Großregion Saar-Lor-Lux umfasste. Am Montag kamen in besagtem Palast die Vertreter der verschiedenen Teilregionen zusammen, ein „Zwischengipfel“ der rheinland-pfälzischen Präsidentschaft der Großregion stand an - entsprechend gab es auch lediglich Zwischenergebnisse zu verkünden.

Suche nach konstruktiven Lösungen

Das machte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gleich deutlich, als sie nach rund zweieinhalbstündigen Beratungen gemeinsam mit ihren Gipfelpartnern vor die Presse trat. Nicht, ohne zuvor die „nicht unkomplizierte, aber sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit“ unter den Akteuren zu loben. Alle Beteiligten seien „stets bemüht, dass wir zu konstruktiven Lösungen kommen“, so Dreyer.

„Der Arbeitsmarkt in der Großregion. Gemeinsame Herausforderungen und grenzüberschreitende Antworten“ - unter dieses Motto hat die Mainzer Regierungschefin zu Beginn des Jahres die rheinland-pfälzische Präsidentschaft des Gipfels der Großregion gestellt. Die Partner wollen unter anderem erreichen, dass Aus- und Weiterbildungen künftig jenseits der jeweiligen Landesgrenzen besser anerkannt werden. Es könne schließlich nicht sein, dass von jungen Menschen allenthalben berufliche Mobilität eingefordert werde, diese dann aber ihre Abschlüsse nicht anerkannt bekommen, gab Dreyer zu bedenken. Greifbare Ergebnisse in dieser Hinsicht gibt es zwar noch nicht, doch zeigte die Ministerpräsidentin erste „Szenarien“ auf. So sei beispielsweise denkbar, verschiedene Ausbildungsinhalte in unterschiedlichen Ländern zu absolvieren. Beispielsweise könne der theoretische und praktische Teil einer Ausbildung auf zwei Teilregionen aufgeteilt werden, nannte Dreyer eine Variante. Auch sollten bi- und multilateral Möglichkeiten ausgelotet werden, Praktika von Beschäftigten in einem anderen Land zu ermöglichen. „Wir sind schon sehr weit und ich bin sehr optimistisch, dass wir bis Ende 2014 zu Vereinbarungen kommen“, erklärte Dreyer.

Gipfelsekretariat

Dann endet auch ihre rheinland-pfälzische Ratspräsidentschaft, das Zepter übernehmen Anfang 2015 turnusgemäß die Wallonie sowie die französisch- und deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. Dass der Übergang reibungslos klappt, dafür soll das neue „Gipfelsekretariat“ sorgen, das Mitte 2014 im „Haus der Großregion“ in Luxemburg seine Arbeit aufnehmen wird. „Jetzt kommt Kontinuität in die Zusammenarbeit“, erwartet Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Der regelmäßige Wechsel habe die Zusammenarbeit bisweilen erschwert, so Lambertz, nun sollen festangestellte Kräfte den jeweiligen Präsidentschaften dienen.

Keine leichte Rolle hatte am Montag Jean Asselborn inne. Sie sei ihm sehr dankbar, dass er in Absprache mit Noch-Premier Jean-Claude Juncker für Luxemburg teilgenommen habe, erklärte Dreyer, denn ein Gipfel der Großregion ohne luxemburgische Beteiligung sei schwer vorstellbar.

Chefdiplomat Asselborn war sichtbar bemüht, der künftigen „Gambia“-Koalition nicht vorzugreifen, und so beließ er es bei der Feststellung, dass auch die neue Regierung „sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit in der Großregion legen“ werde.